Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-789
Main Title: Stadtentwicklung und Planungskultur in Seoul
Subtitle: Ursachen und Auswirkungen der Stadtentwicklung der Modernisierungsphase von 1963 - 1996
Author(s): Kim, Inhee
Advisor(s): Konter, Erich
Granting Institution: Technische Universität Berlin, ehemalige Fakultät VII - Architektur Umwelt Gesellschaft
Type: Doctoral Thesis
Language: German
Language Code: de
Abstract: Die Wirkungen der von Außen in Gang gesetzten nachholenden Modernisierung der Gesellschaft in Südkorea nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Hauptstadt Seoul stellen das Untersuchungsfeld der vorliegenden Arbeit dar. Belegt wird der Prozess der autoritären Durchsetzung des fremden Entwicklungsmodells Moderne , der die sozialen, ökonomischen und räumlichen Strukturen und die Kultur der koreanischen Gesellschaft grundlegend veränderte. Dieser Prozess spiegelt sich unübersehbar im beschleunigten sozial- und baulich-räumlichen Stadtumbau in Seoul und in der Hauptstadtregion wider. Die unbestreitbaren materiellen Erfolge des Entwicklungsmodells Moderne verdeckten Jahrzehnte die sozialen, kulturellen, gesellschaftspolitischen und baulich-räumlichen Verluste insbesondere in der Großstadt Seoul. Sie förderten trotz gewaltsamer Durchsetzung und Unterdrückung demokratischer Rechte die kulturelle Entwertung der Tradition und der alten Stadt sowie den eiligen und unüberlegten Einstieg der städtischen Gesellschaft in die Moderne . Die Entwertung des Alten und der Glaube an die Segnungen der Moderne beschleunigten die rücksichtslose Zerstörung der überkommenen Lebensräume und ihren Ersatz durch uniforme städtische und bauliche Strukturen. Erst langsam und recht spät werden Teilen der städtischen Gesellschaft die Risiken der Moderne und der Verlust der eigenen kulturellen und sozialräumlichen Identität bewusst. Seit Mitte der 1990er Jahre entwickelte sich angesichts einiger Fehlentwicklungen und Unfälle eine gesellschaftliche Kritik an der einseitig wachstumsorientierten Entwicklungspolitik. Das Leitbild Wachstum und Expansion wurde schrittweise von Forderungen nach Ökologie und Tradition in der Stadtentwicklung zurück gedrängt. Jedoch blieb die Rücksichtslosigkeit im Umgang mit dem Vorhandenen unverändert. Es fehlt in der Planungskultur nach wie vor die Überzeugung, dass die städtischen Bestände unabdingbarer Teil der bisherigen, gegenwärtigen und zukünftigen Lebensräume sind und dass nur demokratische Aushandlungsprozesse Grundlage einer integrativen und sozialorientierten Stadtentwicklung und der Bildung sozialer und kultureller Identität sein können. Vor dem Hintergrund der Veränderungen in den Rahmenbedingungen der Stadtentwicklung Seouls erscheint ein Umdenken in der Planung und praktischen Umsetzung notwendig. Voraussetzung dafür ist eine Verständigung auf ein neues bestandsorientiertes, partizipatorisches und nachhaltiges Planungs- und Entwicklungskonzept: das Bestandsentwicklungskonzept . Die Verständigung auf dieses Konzept und seine praktische Umsetzung in der Planung und Steuerung des weiteren Stadtumbaus in Seoul könnte Chancen für eine nachhaltige Stadtentwicklung, für eine Demokratisierung der Planungskultur sowie für die Herausbildung von lokalen und regionalen Besonderheiten eine der Voraussetzungen für die Herstellung globaler Wettbewerbsfähigkeit eröffnen.
URI: urn:nbn:de:kobv:83-opus-6907
http://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/1086
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-789
Exam Date: 18-Nov-2003
Issue Date: 26-Nov-2003
Date Available: 26-Nov-2003
DDC Class: 710 Städtebau, Raumplanung, Landschaftsgestaltung
Subject(s): Modernisierung
Planungskultur
Seoul
Stadtentwicklung
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