Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-861
Main Title: Können Qualitätszirkel Kosten dämfpen?
Subtitle: Auswertung von Abrechnungsdaten eines Qualitätssicherungsprojektes zur psychosomatischen Grundversorgung
Translated Title: Do Quality Circles Diminish Costs of Care?
Author(s): Glaesmer, Heide
Advisor(s): Deter, Hans Christian
Granting Institution: Technische Universität Berlin, Fakultät II - Mathematik und Naturwissenschaften
Type: Doctoral Thesis
Language: German
Language Code: de
Abstract: Hintergrund: Der zunehmende Kostendruck und die Qualitätsmängel in der Gesundheitsversorgung erfordern effiziente Strategien, die Qualität verbessern und gleichzeitig Kosten dämpfen. Inwieweit die verschiedenen Qualitätssicherungsinstrumente dazu geeignet sind, kann anhand der vorliegenden Studien nicht ausreichend beantwortet werden, da ärztliche Qualitätszirkel in der BRD bisher nicht umfassend evaluiert sind. Deshalb ist es schwierig, generalisierbare Aussagen über deren Auswirkun-gen auf die Versorgungsqualität und die Versorgungskosten zu machen. Die vorliegende Dissertation untersucht am Beispiel der Qualitätszirkel in der Psychosomatischen Grundversorgung die Frage, ob Qualitätszirkel Kosten dämpfen können. Methoden: Zwischen 1994 und 1997 wurde u. a. durch die FU Berlin das BMG-Projekt �Qualitätssi-cherung in der Psychosomatik� durchgeführt. Dabei nahmen niedergelassene Ärzte in Berlin an Quali-tätszirkeln zur Psychosomatischen Grundversorgung teil. Die Medikamentenverordnungskosten von 16 Ärzten der Qualitätszirkel und 12 Ärzten einer Kontrollgruppe wurden über 13 Quartale analysiert. Die Untersuchung bezieht zusätzlich Arbeitsunfähigkeitsdaten und Medikamentenverordnungen, v. a. bei psychotropen Medikamenten (Hypnotika/Sedativa, Analgetika/Antirheumatika und Psychophar-maka) ein. Ergebnisse: Die Ärzte der Qualitätszirkel hatten signifikant weniger Patienten als die Ärzte der Kon-trollgruppe. Sowohl über den Gesamtzeitraum (1994-1997), als auch in einzelnen Teilabschnitten konnten trotz großer Mittelwertsunterschiede keine Differenzen zwischen Qualitätszirkel- und Kontroll-gruppe hinsichtlich der Medikamentenverordnungskosten nachgewiesen werden. Dies ist in erster Linie auf die große Varianz innerhalb der Gruppen und die kleine Stichprobengröße zurückzuführen. Es wurde aber deutlich, dass sich die beiden Gruppen im Zugang zur Qualitätssicherungsmaßnahme im II. Quartal 1994 nicht unterschieden. Während sich in der Kontrollgruppe über den Projektzeitraum der Anteil von Patienten mit Medikamentenverordnungen erhöhte, nahm dieser bei den Ärzten des Qualitätszirkels ab. Es zeigte sich eine günstige Entwicklung der Arbeitsunfähigkeitsdaten zwischen 1995 und 1997. Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle nahm signifikant ab und damit reduzierte sich auch die Zahl der verursachten Arbeitsunfähigkeitstage signifikant. Neben der untersuchten Auswir-kung der ärztlichen Weiterbildung gibt es eine Vielzahl weiterer Faktoren, die das ärztliche Handeln beeinflussen. In einer ergänzenden Analyse wurde deshalb das Arztgeschlecht als eine dieser Variab-len untersucht. Die männlichen Ärzte verordneten signifikant häufiger und mehr psychotrope Medika-mente an ihre Patientinnen und Patienten als ihre Kolleginnen. Zusammenfassung: In der vorliegenden Arbeit konnte die erwartete kostendämpfende Wirkung der Qualitätszirkel nicht nachgewiesen werden. Es lässt sich jedoch nicht sagen, ob es sich dabei um ein Stichprobenproblem handelt, oder ob es diese Effekte tatsächlich nicht gibt. Zwei aktuelle Studien zum Thema zeigen ebenfalls keine kostendämpfenden Wirkungen und unterstützen damit den Eindruck, dass es keine ökonomischen Effekte in Qualitätszirkeln gibt. Bekannt ist aber auch, dass in Qualitäts-zirkeln, die sich direkt mit dem Verordnungsverhalten beschäftigten, Kostensenkungen nachgewiesen werden konnten. Um Kosten zu senken, scheint es also wichtig zu sein, dass die Kostenkomponente im Mittelpunkt der Maßnahme steht. Die vorliegende Arbeit zeigt auch, welche Bedeutung das Arztge-schlecht für das therapeutische Handeln hat. Dies sollte in Ausbildung, Forschung und Praxis mehr Beachtung finden. Um sichere Aussagen über die Wirkungen von Qualitätszirkeln machen zu können, ist es notwendig, die Evaluation als integralen Bestandteil dieser zu etablieren und damit umfangrei-che Daten zu dieser Fragestellung zu gewinnen.
Background: Increasing costs and quality deficits in health care are requiring efficient strategies to both improve quality of care and to control the increase in costs. On the basis of the available studies it is impossible to determine to what extent the different quality assurance instruments are useful. Since there is no comprehensive evaluation of quality circles in Germany, it is difficult to make a general statement about their impact on quality and costs of care. This dissertation exemplary investigates, if quality circles are able to diminish costs of care in psychosomatic basic care. Methods: Between 1994 and 1997 the Ministry-of-Health-Project �Quality Assurance in Psychoso-matics� was realized at the Free University of Berlin. Primary Care Physicians in Berlin were taking part in quality circles for psychosomatic basic care. The prescribing costs of 16 physicians of the quality circles and 12 physicians of a control group were analyzed for 13 quarters. Additionally, disablement data and prescribing data for psychotropic drugs (psychotropic drugs, hypnotics and analgesics) were included. Results: The physicians of the quality-circles had significantly fewer patients than the physicians in the control group. In the whole period (1994 �1997) as well as in several time segments no significant differences in the prescribing costs between quality circle- and control-group-physicians could be proved because of the large differences in the means. First of all, it is an effect of the large variance in the groups and the small sample size. In the beginning of the quality assurance project in the second quarter of 1994 the two groups did not differ. Whereas over the period of the quality circles in the control group the share of patients with prescriptions is rising, in the quality circle-group it is decreas-ing. The number of cases and thus the days of disablement decreased significantly. Beside the effect of quality circles a lot of other factors influence physicians practical work. Therefore, an additional analysis about effects of the physicians´ gender was made. Male physicians prescribed significantly more and more often psychotropic drugs to their patients. Summary: The analysis could not prove the expected cost-diminishing effect of quality circles. How-ever it is ambiguous, if it is a problem of the study sample or if this effect is not existent. Nor could two current studies not prove these effects and thus support the impression that there are no economic effects of quality circles. On the other hand it is known that quality circles which especially deal in prescriptions are successful in diminishing prescribing costs. That is why it seems to be important to especially target cost of care in the quality circle. The analysis shows the influence of the physicians´ gender on therapeutic acting. This should be taken into consideration in education, research and practical work. For a convincing statement about the effects of quality circles it seems to be important to implement evaluation as an integral part of quality circles and to thus gain better datasets.
URI: urn:nbn:de:kobv:83-opus-7628
http://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/1158
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-861
Exam Date: 7-Oct-2004
Issue Date: 9-Nov-2004
Date Available: 9-Nov-2004
DDC Class: 610 Medizin und Gesundheit
Subject(s): Evaluation
Kosten
Primärärztliche Versorgung
Psychosomatische Grundversorgung
Qualitätszirkel
Costs
Evaluation
Primary care
Psychosomatic care
Quality circles
Usage rights: Terms of German Copyright Law
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