Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-1210
Main Title: Altersvorsorge: Theorie und Empirie zur Förderung freiwilligen Vorsorgesparens
Translated Title: Old-age-provision: An theoretical and empirical analysis of how to promote voluntary savings for old age
Author(s): Leinert, Johannes
Advisor(s): Wagner, Gert G.
Granting Institution: Technische Universität Berlin, Fakultät VII - Wirtschaft und Management
Type: Doctoral Thesis
Language: German
Language Code: de
Abstract: Die Promotion „Altersvorsorge: Theorie und Empirie zur Förderung freiwilligen Vorsorgesparens“ befasst sich mit der Frage, wie sich freiwilliges Vorsorgesparen für das Alter fördern lässt. Nach der Einleitung wird im zweiten Kapitel die Entwicklung der ökonomischen Spartheorie skizziert. Es zeigt sich, dass das Lebenszyklusmodell von allen Sparmodellen am besten geeignet ist, Vorsorgeentscheidungen zu modellieren. Es dient daher als Referenzmodell. Eine kurze Auswertung empirischer Studien zeigt allerdings, dass massive empirische Evidenz gegen das Lebenszyklusmodel vorliegt. Die Kernannahme des Lebenszyklusmodells, dass es optimal ist, durch Altersvorsorge den intertemporalen Konsumstrom zu glätten, wird in der vorliegenden Arbeit nicht in Frage gestellt. Das Abweichen von Modellvorhersagen und beobachtetem Verhalten wird vielmehr auf die Hilfsannahmen vollkommener Märkte und objektiv rational agierenden Individuen zurückgeführt, die in der Realität nicht gegeben sind. Daher schließt sich im dritten Kapitel eine Analyse an, wie sich nicht-rationales Verhalten auf das Vorsorgeverhalten auswirkt. Von besonderer Bedeutung sind dabei gegenwartsverzerrte Präferenzen („Hyperbolic Discounting“) und die daraus resultierenden Selbstkontrollprobleme. Bei vorliegen derartiger Präferenzen werden beabsichtigte Handlungen nicht in die Tat umgesetzt, sondern immer wieder auf später verschoben, wenn sie – wie die Altersvorsorge – mit sofortigen Kosten und zeitverzögertem Nutzen verbunden sind und wenn keine Selbstbindungsmechanismen eingesetzt werden. Auf dieser Grundlage wird im vierten Kapitel der gesamte Vorsorgeprozess eines Individuums theoretisch nachvollzogen. Es zeigt sich, dass freiwillige Altersvorsorge in der realen Welt ein mehrstufiger und störanfälliger Prozess ist. Zunächst muss das Individuum bereit sein, sich überhaupt mit der Vorsorgethematik zu befassen und eine mehr oder weniger detaillierte Vorsorgeplanung vorzunehmen. Die Vorsorgeplanung muss es dann tatsächlich in die Tat umsetzen. Erst wenn es auf Grundlage dieser Vorsorgeplanung beabsichtigt, zu Gunsten erstmaliger oder vermehrter Altersvorsorge seine gegenwärtigen Ausgaben einzuschränken, sind die Voraussetzungen für Vorsorgesparen erfüllt. Damit es zu tatsächlicher Vorsorgeersparnis kommt, muss das Individuum die Vorsorgeabsicht in die Tat umsetzen und einen konkreten Vorsorgevertrag abschließen. Auf jeder dieser vier Stufen kann es zu einem Abbruch des Vorsorgeprozesses kommen, wenn die jeweilige Kosten-Nutzen-Abwägung negativ ausfällt. Die Kosten-Nutzen-Abwägungen werden anschließend mittels einer Reihe von Ungleichungen theoretisch nachvollzogen. Dabei wird deutlich, dass der Vorsorgeprozess sehr kompliziert ist und dass gegenwartsverzerrte Präferenzen und subjektive Fehleinschätzungen objektiver Rahmenbedingungen eine große Rolle spielen. Im fünften Kapitel werden die Determinanten der Vorsorgeabsicht im Zwei-Perioden-Modell näher untersucht. Dabei wird gezeigt, dass bei Vorliegen von Bestandseffekten auch über die Auswirkungen von Renditeänderungen eindeutige theoretische Aussagen möglich sind, weil dann der Einkommenseffekt den Substitutionseffekt überwiegt. Aufbauend auf den theoretischen Überlegungen zum Vorsorgeprozess wird im sechsten Kapitel ein Modell zu deren empirischer Überprüfung entwickelt. Für die empirischen Analysen wird mit den Bertelsmann Stiftung Vorsorgeerhebungen 2002 und 2003 ein spezialisierter Datensatz herangezogen. Die Ergebnisse werden im sieben Kapitel dargestellt. Es zeigt, dass alle vermuteten Zusammenhänge das erwartete Vorzeichen aufweisen und auf dem 95-Prozent Niveau signifikant sind. Da die theoretischen Aussagen zum Vorsorgeprozess somit vorläufig akzeptiert werden können, werden auf dieser Grundlage im achten Kapitel Ansatzpunkte zur Förderung freiwilliger Altersvorsorge herausgearbeitet. Im neunten Kapitel werden daraus konkrete Vorschläge zur Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland entwickelt.
In his dissertation, the author examines, under which conditions individuals save for old age in voluntary savings schemes. He argues that voluntary old-age provision is the result of a complicated four stages process: First, individuals need to be willing to plan for retirement, second, they need to actually engage in the planning whether or not to save, third they need to be willing to save for retirement, and fourth they need to make a choice between a variety of financial products and actually sign a savings contract. The author shows that this process can break off at any of the four stages, and examines under which conditions this will be the case. An empirical analysis supports the theoretical findings.
URI: urn:nbn:de:kobv:83-opus-10891
http://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/1507
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-1210
Exam Date: 25-May-2005
Issue Date: 14-Oct-2005
Date Available: 14-Oct-2005
DDC Class: 330 Wirtschaft
Subject(s): Altersvorsorge
Finanzieller Analphabetismus
Hyperbolische Präferenzen
Opting-out-Modelle
Sparen
Financial literacy
Hyperbolic discounting
Old-age-provision
Procrastination
Savings
Usage rights: Terms of German Copyright Law
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