Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-1487
Main Title: Die Bedeutungen der Arbeit von Kindern aus der Perspektive von Kindern, unter besonderer Berücksichtigung ihrer bezahlten und unbezahlten Haus- und Sorgearbeit
Translated Title: The meaning of work to children taken from the perspective of children, with a special focus on their paid and non-paid house- and carework
Author(s): Wihstutz, Anne
Advisor(s): Liebel, Manfred
Kappeler, Manfred
Rathenow, Hanns-Fred
Granting Institution: Technische Universität Berlin, Fakultät I - Geisteswissenschaften
Type: Doctoral Thesis
Language: German
Language Code: de
Abstract: Die Dissertation knüpft an einen kind-zentrierten oder subjektorientierten Diskurs zu Kinderarbeit an. Darin geht es um die Neubestimmung des Verhältnisses von Kindheit und Gesellschaft bzw. Kindern und Gesellschaft, und der Verortung ihrer gesellschaftlichen Teilhabe über Arbeit. Insbesondere die Arbeiten der Kinder im Haushalt, in der Familie und im sozialen Umfeld stehen im Mittelpunkt der Auseinandersetzung, damit wird eine Lücke in der sozialwissenschaftlichen Kindheitsforschung geschlossen, die den Beitrag von Kindern zur Haus- und Sorgearbeit bisher wenig berücksichtigt. Mit dem Fokus auf das Phänomen ’Arbeit’ wird untersucht, wie die Differenz zwischen Kindern und Erwachsenen kontinuierlich interaktiv konstruiert wird. Kinder werden als soziale Akteure betrachtet, die an der Konstruktion ihres Kindseins mitbeteiligt sind. Die Dissertation geht der Frage nach, inwiefern die Arbeit der Kinder zu einer Veränderung ihres sozialen Status und ihrer Partizipationsmöglichkeiten wirkt. Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung untermauern die These, dass Kinder mit ihrer Beteiligung an gesellschaftlicher Ar¬beit die Grenzen des vorherrschenden bürgerlichen Kindheitsbildes überschreiten bzw. uminter¬pretieren und damit erweiterte Räume gesellschaftlicher Partizipation in Anspruch nehmen. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass Kinder selbstbezogene Motive und gemeinschaftsorientierte Bezüge mit ihren Arbeitstätigkeiten verknüpfen. Die wechselseitige Bezogenheit oder Interdependenzen und die Bedeutung von Anerkennung in der Arbeit werden als wesentliche Ergebnisse interpre¬tiert. Dabei trägt die Dissertation dazu bei, kindliche Lebenswelten als heterogen wahrzunehmen und die Bedeutung von Arbeit für Kinder kontextbezogen, unter Berücksichtigung sozio-struktureller, -kultureller, -ökonomischer und gender Aspekten zu erschließen. Methodologisch ist die Forschungsarbeit an das Forschungsparadigma der Grounded Theory angelehnt, nach Strauss und Corbin. Mittels leitfadengestützter Gespräche mit Kindern wurden die subjektiven Bedeutun¬gen der Arbeit für Kinder erhoben und der systematischen Analyse unterzogen. Die Arbeit untergliedert sich in acht Kapitel. Nach einer Einleitung werden sozioökonomische Hintergründe der Arbeit von Kindern in Deutschland skizziert. Mit Rückgriff auf arbeitsso¬ziologische und kulturtheoretische Beiträge, sowie der feministischen Theorie wird ein Arbeits¬begriff konzipiert, der die wechselseitigen Beziehungen zwischen Erwerbsarbeit und der in der Privatsphäre geleisteten Arbeit (care) verdeutlicht. Auf dieser Grundlage werden Arbeitsfelder und Arbeitstätigkeiten von Kindern mitberücksichtigt, die gemeinhin aus der Arbeitskategorie ausgeschlossen bleiben. In Auseinandersetzung mit neueren kindheitssoziologischen Theorien wird die Frage nach der Beziehung zwischen Handlungsvermögen und sozialer Position von Kindern gestellt und solche generationale Strukturen identifiziert, aus denen die Macht der Kinder bzw. ihr Fehlen hervorgeht. Dieser theoretischen Rahmung werden im zweiten Teil der Arbeit das Forschungsdesign, der Forschungsansatz der Grounded Theory nach Strauss erläutert. Es werden ethische Überlegungen zu einer subjektorientierten Forschung mit Kindern angestellt und die eigene Forschungspraxis reflektiert. Der Prozess der Datenerhebung – und auswertung wird nachvollzogen und die Untersuchungsgruppe in ihren wesentlichen Merkmalen skizziert. An¬schließend werden die Ergebnisse der Untersuchung (Bedeutungsdimensionen) diskutiert. Trotz verschiedener Arbeitsfelder und Arbeitsbereiche der Kinder, wurden folgende Bedeutungen als wesentlich für die Kinder entwickelt: (a) über die Arbeit den Familienzusammenhalt zu stärken, (b) über Arbeit ein zweites Zuhause schaffen, (c) über Arbeit sich die Möglichkeit zu einer eigenen Einkommensquelle zu erschließen und schließlich (d) durch Arbeit sich als kompetent zu erweisen, eine Aufgabe oder einen Auftrag gut zu erfüllen. In einem weiteren Schritt werden die entwickelten gegenstandsbegründeten Theoriekategorien der Autonomie, wechselseitige Bezogen¬heit/Angewiesenheit, Verantwortung, Macht und Ohnmacht, die sich in der Schlüsselkategorie der Anerkennung verdichten, diskutiert. In Rückbezug auf sozioökonomische Hintergründe werden die Ergebnisse diskutiert und ein Ausblick bezüglich sich abzeichnender (neuer) Arbeitstypen und Arbeitsverhältnisse formuliert. Die Arbeit umfasst 247 Seiten (77 807 Wörter und 482 550 Zeichen). Im Anhang wird der Leitfaden für die Interviews und eine Tabelle mit Angaben zu den 38 interviewten Kindern und ih¬ren Tätigkeiten dokumentiert.
The meaning of work for children discussed from a child-centered perspective, with a special focus on their paid and non-paid house- and care work The dissertation links to a child-centered or subjec oriented discourse on childhood, in where the respective relationships between childhood and society and children and society are under revision. Children’s social status and participation is explored in terms of work. The dissertation pays especially attention to children’s work in the household, within the family sphere and the social environment, hereby focussing on a field that is often neglected also in the new childhood studies. With the focus on the phenomenum of work it is analysed how differences between children and adults are continuously and interactively constructed by both groups. The dissertation asks the question if and in what terms work by children may contribute to their changing social status and towards their chances to participation. The results of the study support the thesis that working children cross the limits of the bourgeois model of childhood or at least re-interprete the concept of childhood, to have access to more and extended participation in society ultimately. The study concludes that children merge self-centered and ‘gemeinschaft’-oriented motives in their work activities. Central findings concern the importance of belonging for working children, of reciprocal and interdependent relationships and the importance of recognition of their work. The piece of research contributes to the growing awareness of the heterogenity of children’s liferealities and discusses the significance of work for children in context (regarding socio-structural, cultural, economic and gender aspects). Children are interviewed with semi-structured guidelines on their subjective views and experience with work by children. The data was analysed systematically parallel to its collection. The methodology applied is oriented towards the works of Anselm Strauss and Juliet Corbin. The dissertation is divided in eight chapters. The introdution is followed with a brief outline of the socio-economic background to the work of children in Germany. Parting from theoretical contributions from the sociology of work and the cultural studies, a concept of work is elaborated that highlightens reciprocal relationships between the world of paid labour and the private sphere, especially in what is called care work. Thereby including work areas and specific actities by children that are generally excluded from a work-category. In understanding of the new paradigm of modern childhood studies, the relationship between competence and social position is analysed: Those generational structures are identified that enable or impede the power of childen. Part two of the dissertation outlines the research design and the research approach adopeted in style of grounded theory (Strauss). Ethical preassumptions in child-centered and subject-oriented research with children are discussed and reflected against the own research practice. Following a detailed describtion of methods used in data collection and interpretation, a discussion of the results is presented. These werde identified as dimensions of significance and can be categoriesed as follows: 1.through work support family cohesion; 2. through work create or have access to a ‘second home’; 3. through work have access to an independent source of money; 4. through work experience competence and compliance with set tasks. A further level of theoretical abstraction is gained by the developed grounded theoretical categories (autonomy, reciprocity/needyness, responsibility, power and powerlessness). These center around and merge into the theoretical dense category of recognition as key category. The paper concludes with a discussion of the findings in view of the socio-economic situation in Germany and elaborates open questions concerning the development of new work types and work relationships in German society. The dissertation compouds 246 pages, including the annex with the guidelines for the interviews and a table compromising relevant data about the 38 children interviewed.
URI: urn:nbn:de:kobv:83-opus-14596
http://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/1784
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-1487
Exam Date: 16-May-2006
Issue Date: 19-Dec-2006
Date Available: 19-Dec-2006
DDC Class: 300 Sozialwissenschaften
Subject(s): Arbeit
Hausarbeit
Kinder
Kinderarbeit
Partizipation
Child work
Children
Housework
Participation
Work
Usage rights: Terms of German Copyright Law
Appears in Collections:Technische Universität Berlin » Fakultäten & Zentralinstitute » Fakultät 1 Geistes- und Bildungswissenschaften » Publications

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