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Main Title: Multimorbidität in der EPIC-Potsdam Studie
Translated Title: Multimorbidity in the EPIC-Potsdam Study
Author(s): Schienkiewitz, Anja
Advisor(s): Boeing, Heiner
Granting Institution: Technische Universität Berlin, Fakultät VII - Wirtschaft und Management
Type: Doctoral Thesis
Language: German
Language Code: de
Abstract: Ein wissenschaftliches Konzept zur Untersuchung multimorbider Strukturen in prospektiven Studien ist bisher unzureichend etabliert. Ziel der vorliegenden Arbeit war die detaillierte Untersuchung aus gesundheitswissenschaftlicher Perspektive wichtiger Krankheitskombinationen. Innerhalb multimorbider Krankheitsmuster stellt die Hypertonie einerseits eine in der Bevölkerung weit verbreitete Erkrankung, andererseits gleichzeitig einen Risikofaktor für die Entstehung weiterer Morbiditäten dar. Im Rahmen der prospektiven EPIC-Potsdam Studie wurde untersucht, ob eine Beziehung der Hypertonie zum Typ-2-Diabetes, zu Herz-Kreislauf- bzw. zu Tumorerkrankungen besteht und ob sich die Stärke des Zusammenhangs einer Hypertonie und den klinischen Endpunkten zwischen den einzelnen Erkrankungen unterscheidet. In die Analysen wurden 8 855 Männer und 14 142 Frauen einbezogen, die zum Zeitpunkt der Basisuntersuchung weder einen Typ-2-Diabetes noch einen Myokardinfarkt, einen Schlaganfall oder eine Krebsdiagnose aufwiesen. Während der 6-jährigen Beobachtungszeit trat bei 611 Personen erstmals ein Typ-2-Diabetes, bei 250 Personen eine Herz-Kreislauf-Erkrankung und bei 672 Personen eine Tumorerkrankung auf. Berücksichtigt wurden aus-schließlich medizinisch verifizierte inzidente Erkrankungen. Mit der Competing Risk Analyse wurden Hazardraten-Verhältnisse unter Berücksichtigung bedeutender Einflussfaktoren berechnet und erstmals eine statistische Methode angewandt, um quantitative Risikobeziehungen bezüglich unterschiedlicher klinischer Endpunkte gleichzeitig untersuchen und vergleichen zu können. Während lediglich 45% der im Nachbeobachtungszeitraum ohne weitere Erkrankung gebliebenen Studienteilnehmer eine Hypertonie hatten, wurde bei 80% der Typ-2-Diabetiker, 73% der Teilnehmer mit Herz-Kreislauf-Erkrankung und 55% der Tumorerkrankten eine bereits bestehende Hypertonie beobachtet. Das Vorliegen einer Hypertonie war für beide Geschlechter unabhängig von Bildungsstand, Übergewicht, körperlicher Aktivität, Rauchverhalten, Alkoholkonsum und Ernährungsfaktoren mit einem signifikant höheren Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert. Ein signifikanter Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Tumorerkrankungen konnte dagegen nicht beobachtet werden. Während sich bei Männern der Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes im Vergleich zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht unterschied, war eine Hypertonie bei Frauen mit einem signifikant höheren Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen im Vergleich zum Typ-2-Diabetes assoziiert. Soziodemografische und anthropometrische Merkmale, Lebensstil- und Ernährungsfaktoren zeigten in ihrer Beziehung zu den einzelnen Erkrankungen keine Unterschiede zwischen den Erkrankungen mit Ausnahme männlicher Raucher, deren Herz-Kreislauf-Risiko signifikant größer war als das für Typ-2-Diabetes. Mindestens jeder dritte Typ-2-Diabetesfall und jede zweite Herz-Kreislauf-Erkrankung unter Frauen bzw. jede dritte Herz-Kreislauf-Erkrankung unter Männern waren auf eine Hypertonie zurückzuführen. Zusammenfassend gilt es festzuhalten, dass eine Hypertonie als Risikofaktor nicht nur für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch für Typ-2-Diabetes als weitere chronische Erkrankung von Bedeutung ist. Eine wichtige Public-Health-Herausforderung im Hinblick auf die Prävention dieser chronischen Erkrankungen stellt daher ein effizientes Management der zugrundeliegenden Erkrankung, der Hypertonie, dar.
Until now a scientific approach to investigate multimorbidity in a prospective cohort has been established insufficiently. Therefore, the objective of the present study was to identify patterns of multimorbidity and to analyse the combinations of major diseases from a public health perspective. Within multimorbid disease patterns hypertension is a disease with a high prevalence in the population and a risk factor for further chronic diseases. The objec-tive was to determine within the EPIC-Potsdam study, if hypertension is associated with type 2 diabetes, cardiovascular diseases or tumours. Furthermore, it should be evaluated to what extent the strength of associations between hypertension and the clinical endpoints differed. For the analysis 8 855 men and 14 142 women were eligible, who were free of type 2 diabetes, myocardial infarction, stroke and tumour at baseline. During a six year follow-up period 611 incident cases of type 2 diabetes, 250 incident cases of cardiovascular diseases and 672 incident cases of tumours were identified. Only diagnoses considered by a physician were included in the analysis. Adjusted hazardrate ratios were calculated in a competing risk model to estimate the relative risks and to compare the strength of associations for the clinical endpoints. During the follow-up period only 45% of the participants without any incident disease were hypertensive, whereas 80% of participants developing type 2 diabetes, 73% developing cardiovascular diseases and 55% developing tumours were hypertensive. For men and women hypertension was associated with a significantly higher risk for type 2 diabetes and cardiovascular diseases independent of education, overweight, physical activity, smoking, alcohol consumption and dietary factors. There was no statistical evidence of a higher tumour risk being associated with previous hypertension. For men, the strength of the association between hypertension and type 2 diabetes did not differ statistically from the association between hypertension and cardiovascular diseases. Hypertension in women was associated with a significantly higher relative risk for cardiovascular diseases than for type 2 diabetes. Sociodemographic and anthropometric parameters as well as lifestyle and nutritional factors showed no differences in their associations to type 2 diabetes, cardiovascular diseases and tumours with the exception of associations in male smokers, who had a significantly higher risk for cardiovascular diseases than for type 2 diabetes. At least every third case of type 2 diabetes and every second case in women and every third case in men of cardiovascular diseases was attributable to a previous hypertension. In conclusion, hypertension as a risk factor for chronic diseases is not only of interest for cardiovascular diseases but also for type 2 diabetes. An effective management of the underlying disease, the hypertension, is an important public health challenge in order to prevent additional chronic diseases like type 2 diabetes or cardiovascular diseases.
URI: urn:nbn:de:kobv:83-opus-15968
http://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/1926
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-1629
Exam Date: 31-May-2007
Issue Date: 3-Jul-2007
Date Available: 3-Jul-2007
DDC Class: 610 Medizin und Gesundheit
Subject(s): Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Hypertonie
Mehrfacherkrankungen
Tumorerkrankungen
Typ-2-Diabetes
Cardiovascular disease
Hypertension
Multimorbidity
Tumor
Type 2 diabetes
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