Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-1939
Main Title: Der Weg des Kreativen untersucht am Beispiel des Kritzels. Bedeutung und Analyse von Empfindungsbildern als eine Vorstufe des landschaftsarchitektonischen Entwerfens
Translated Title: The way of creativity surveys by example of the scribbleSignificance and analysis of "empfindungsbilder" as a preliminary stage for sketching in landscapearchitecture
Author(s): Holst, Gabriele
Advisor(s): Giseke, Undine
Granting Institution: Technische Universität Berlin, Fakultät VI - Planen Bauen Umwelt
Type: Doctoral Thesis
Language: German
Language Code: de
Abstract: Räumliche Situationen werden durch ganzheitliches Erleben wahrgenommen. Zu den funktionalen Aspekten treten Qualitäten, die primär leiblich-sinnlich und somit größtenteils unbewusst erlebt werden. Der Untersuchung liegt die Auffassung zugrunde, dass dieses Erleben, ausgedrückt als Empfindungen, der Wahrnehmungs-Modus ist, dessen Qualitäten und Wirkungen in einer Raum herstellenden Profession wie der Landschaftsarchitektur aus dem Blickfeld geraten sind. So werden Potentiale des kreativen Prozesses, nämlich aus der Komplexität von individuellen Empfindungen allgemeine Mitteilungsgehalte zu entwickeln, kaum bewusst und wenig genutzt. Was zu einer Art von „Kreativitäts-Vergessenheit“ führt. Schöpferischen Tätigseins wird derart verkürzt, dass Kreativität nur als ein möglichst neues Produkt erscheint. Kreativität wird als ein menschliches Grundphänomen jedoch in seinen dialogischen Möglichkeiten für den Entwurfsprozess nicht ausreichend erfasst. Die Untersuchung ist als ein Beitrag angelegt, sich der Ebenen des kreativen Weges, ihrer strukturellen Eigenschaften sowie den Bedeutungen für den entwurflichen Ablauf bewusst zu werden. Was vor allem eine Sensibilisierung für die Bedeutung der Empfindungsebene beinhaltet. Wir begegnen den Ebenen des kreativen Prozesses als zwei Möglichkeiten von Wahrnehmung. Unmittelbares Erleben und differenzierendes Reflexionsvermögen treten dabei in ihren unterschiedlichen Eigenschaften, aber vor allem in ihren Bedingtheiten hervor. Dies ist eine jedem Menschen immanente Struktur, was anhand von verschiedenen wissenschaftlichen Feldern vertiefend dargestellt wird. Die dialogischen Relationen der Ebenen begründen schließlich die Dynamik des schöpferischen Tätigseins als offenen Prozess. Der Prozess ist einerseits durch zyklische Wiederholungen einer immer gleichen Struktur sowie andererseits durch die individuelle Verarbeitung innerhalb dieses Gefüges charakterisiert. Die Struktur selbst sowie das Zusammenwirken ihrer Komponenten und die damit verbundenen Qualitäten werden offen gelegt, um ein erweitertes Verständnis für die Gestaltung und das Erleben räumlicher Situationen zu ermöglichen. Die Ergebnisse sind nicht vorhersagbar. Aufbauend auf diesen Überlegungen kommen vor allem Aspekte der Psychoanalyse und Phänomenologie zum Tragen und werden im methodischen Ansatz einer eidetischen Strukturanalyse aufgenommen. Die eidetische Strukturanalyse ermöglicht eine Differenzierung wie auch Verknüpfung zwischen den ganzheitlich Qualitäten der Empfindungsebene und den differenzierenden der rationalen Ebene. Die Anschaulichkeit des Bildes kann eine Brückenfunktion zwischen den unterschiedlichen Eigenschaften der Ebenen herstellen. Dieser Verknüpfungsmodus wird anhand der Kategorie der „Empfindungsbilder“ herausgearbeitet. „Empfindungsbilder“ stellen die Verbindung zwischen einem individuellen, unmittelbaren Erleben und der Vermittlung zu allgemeinen Aussagen dar. Als Referenz für die Untersuchung wird das Kritzel gewählt. Das Kritzel steht für ein anschauliches Ergebnis einer unmittelbaren Tätigkeit, die reflexiv betrachtet werden kann. Kritzeln stellt eine Vorstufe des Zeichnens dar. Das Zeichnen ist wiederum eine der wichtigsten Darstellungsmethoden zur Vermittlung von Ideen im landschaftsarchitektonischen Entwurfsprozess. Das Potential des Kritzels liegt darin, dass spontane Bewegungen als bildlicher Ausdruck eines inneren Erlebens festgehalten sind. Im zweiten Teil der Arbeit wird im sogenannten Untersuchungs-Weg das Kritzel zum Ausgangsmaterial für eine weitere Verarbeitung im kreativen Weg. Die grundlegende Konstruktion des Untersuchungs-Weges beruht auf drei Komponenten, die als fortgesetzt wiederkehrender Ablauf den allgemeinen Rahmen darstellen. Die Gehalte von Empfindungsebene und rationaler Ebene als den maßgeblichen Wirkebenen im kreativen Prozess werden bzgl. ihrer Qualitäten wie z.B. Komplementarität und Interdependenz sichtbar gemacht und erklärt. Die Analyse und Vergegenwärtigung jedes Zwischenschrittes im kreativen Prozess des Untersuchungs-Weg trägt dazu bei, sich eines kreativen Potentials zu vergewissern. Das kreative Potential entwickelt sich als immer wieder neu herzustellende Ausformung eines sich wiederholenden Zyklus, in welchem die Unmittelbarkeit der Empfindungsebene als ein Prinzip des Individuellen in einen Dialog zu allgemeinen Aussagen tritt. Die strukturelle Disposition beider Ebenen wahrzunehmen und zu einem individuellen Ablauf zu entfalten, ist eine Möglichkeit, „Kreativitäts-Vergessenheit“ zu begegnen. Empfindungen als einen wesentlichen Teil des kreativen Tätigseins und folglich als eine Grundlage des Entwerfens zu analysieren, bedeutet auch, diese Ebene stärker in die Gestaltung räumliche Situationen hineinzutragen und als Potential des ganzheitlichen Erlebens zu transportieren.
Situations of space are perceived as a holistic experience. Next to the functional aspects there are qualities, that we receive primary in a physical and sensual way. The survey based on the opinion, that the experience, expressed as feelings, the method of perception is, which has been forgotten specially in a profession of producing space as landscape achitecture is. These circumstance leads one into a situation that the potentials of a process of creativity scarcely will be recognized and be used even less. One can develope the complexity of indiviual feelings into generally notification. The result is a way of "oblivion of creativity". The process of creative activities is reduced in such a way so creativity only appears as a new product. So one can't understand creativity as a elementary human phenomenon and the communicative possibilities for the process of sketching. The survey will demonstrate, how the levels of a creativ way work together and how we can use their different qualities for sketching. This demonstration means to make us more sensitive for the importance of feelings. We meet the levels of the creative process as two possibilities of perception. The direct experience and the reflection will be noticed in their different qualities but also in their cooperation. The interaction of these levels is the engine for the creative working as a open process. The structure is inherent in every person. The process of creativity is characterized on one hand by a cycled repetition of the same structure and on the other hand by the individual handling inside this structure. The results of the process can't be predicted. But one can describe the interaction of the different levels and their qualities for designing space.
URI: urn:nbn:de:kobv:83-opus-19486
http://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/2236
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-1939
Exam Date: 4-Apr-2008
Issue Date: 11-Aug-2008
Date Available: 11-Aug-2008
DDC Class: 710 Städtebau, Raumplanung, Landschaftsgestaltung
Subject(s): Entwurfsprozess
Kreativität
Landschaftsarchitektur
Creativity
Landscapearchitecture
Procss of sketching
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