Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-3092
Main Title: Quartierseffekte in der Stadtforschung und in der sozialen Stadtpolititk
Subtitle: Die Rolle des Raumes bei der Reproduktion sozialer Ungleichheit
Author(s): Volkmann, Anne
Type: Book
Language: German
Language Code: de
Abstract: In der Stadtentwicklung gibt es eine seit Jahren andauernde Diskussion um den Zusammenhang von Wohnumfeld und sozialer Benachteiligung. Diese Diskussion entzündet sich in der Regel an den sogenannten ‚Problemkiezen‘ und ‚Sozialen Brennpunkten‘, in denen eine besondere Verknüpfung von sozialem Umfeld und Aufstiegschancen vermutet wird. Die dort vorzufindende räumliche Konzentration sozial Benachteiligter, so die Annahme, wirke sich zusätzlich zur individuellen Benachteiligung negativ auf die BewohnerInnen aus. Diese seien durch ihr sozialräumliches Umfeld damit einer zusätzlichen benachteiligenden Wirkung ausgesetzt, wodurch sich soziale Ungleichheiten verfestigen und beständig reproduziert werden. Diese Annahme hat unter dem Begriff der „Quartierseffekte“ in der Planung und Stadtforschung einige Popularität gewonnen und ist handlungsleitend im Rahmen von Stadtentwicklungsansätzen, wie zum Beispiel dem Programm „Soziale Stadt“. Es gibt allerdings nur vergleichsweise wenige empirische Ergebnisse, die diese weit verbreitete Annahme stützen. In der vorliegenden Arbeit werden zwölf Studien aus Deutschland, Europa und den USA, welche die Wirkung des (Wohn-) Quartiers auf die BewohnerInnen untersuchen, einer Sekundär- und Inhaltsanalyse unterzogen. In drei Wirkungsbereichen, der physischen, sozialen und symbolischen Dimension, werden die Ergebnisse aus den einzelnen Studien zusammenfassend dargestellt. Zentrales Ergebnis dieser Analyse ist die Feststellung, dass sich in den untersuchten Studien keine eindeutigen negativen Effekte des Quartiers auf die BewohnerInnen nachweisen lassen. Es gibt zwar Hinweise auf Wirkungszusammenhänge, diese sind jedoch nicht besonders stark ausgeprägt und in kaum einem Fall zweifelsfrei auf das sozialräumliche Umfeld zurückzuführen. Es zeigt sich, dass eine Abgrenzung zwischen den Wirkungsmechanismen und Dimensionen empirisch nur schwer möglich ist. Darüber hinaus sind in den Studien die Abgrenzungen und Überlagerungen zwischen dem geographischen Quartier und dem Sozialraum oft nicht eindeutig, was eine Deutung der Ergebnisse erschwert. Mit den vorliegenden Ergebnissen soll ein Beitrag zur Diskussion um das Verhältnis von Wohnort und sozialer Benachteiligung, sowie den politischen Handlungsansätzen in diesem Themenfeld, geleistet werden. Online-Version im Universitätsverlag der TU Berlin (www.univerlag.tu-berlin.de) erschienen.
The correlation between a neighborhood and the social disadvantage of its residents has been a matter of discussion for several years. It is assumed that inhabitants of disadvantaged neighborhoods have lower social and economic prospects than others. The high concentration of the poor and disadvantaged in the mentioned neighborhoods is held accountable for cumulative effects, leading to even more disadvantage. Thus, the inhabitants of disadvantaged neighborhoods experience additional disadvantages due to their place of residence. Altogether, this results in a permanent consolidation and reproduction of social inequalities. This assumption, termed ‘neighborhood effects’ has found its way into urban studies, politics and urban planning, exemplified in neighborhood approaches such as the German program ‘Soziale Stadt’. However, there is only little empirical evidence documenting the assumption of negative neighborhood effects. This paper provides an analysis with regards to content and secondary data of twelve empirical studies from Germany, Europe and the USA, examining the specific effects of the neighborhoods on their residents. Findings are presented in the physical, the social and the symbolic dimension. Essentially, no clear evidence can be found in the examined studies to prove the negative effects of disadvantaged neighborhoods on their inhabitants. The evidence presented in the individual studies is not very pronounced and can in no case be explained by the socio-spatial environment with certainty. It is shown that a distinction between the particular dimensions and mechanisms as well as a distinction between geographical place and social space is not made clear in the studies, which makes the interpretation of the data more complicated. With the results presented the papers aims to make a contribution to the neighborhood effects discourse, as well as to the approaches of urban planning and politics dealing with this topic. Online-Version published by Universitätsverlag der TU Berlin (www.univerlag.tu-berlin.de)
URI: urn:nbn:de:kobv:83-opus-33941
http://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/3389
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-3092
Issue Date: 23-Jan-2012
Date Available: 23-Jan-2012
DDC Class: 710 Städtebau, Raumplanung, Landschaftsgestaltung
Subject(s): Benachteiligung
Quartierseffekte
Segregation
Soziale Stadt
Soziale Ungleichheit
Neighborhood effects
Segregation
Social disparity
Creative Commons License: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/
Series: ISR Impulse Online (bis Bd. 50: ISR Graue Reihe)
Series Number: 36
ISBN: 978-3-7983-2366-7
ISSN: 1864-8037
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