Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-3732
Main Title: "Wie viel Realität braucht der Mensch?"
Subtitle: Untersuchungen zum Einfluss der Versuchsumgebung auf die Geräuschbeurteilung von Haushaltsgeräten
Translated Title: "How much reality do people need?"
Translated Subtitle: Investigations on the influence of the test environment on sound evaluations of household appliances
Author(s): Steffens, Jochen
Advisor(s): Schulte-Fortkamp, Brigitte
Referee(s): Schulte-Fortkamp, Brigitte
Becker-Schweitzer, Jörg
Granting Institution: Technische Universität Berlin, Fakultät V - Verkehrs- und Maschinensysteme
Type: Doctoral Thesis
Language: German
Language Code: de
Abstract: Versuchsumgebungen in Studien zur Geräuschqualität unterscheiden sich nicht selten von der Alltagswelt von Menschen. Im Zuge dessen wird die Forderung nach ökologischer Validität von Hörversuchen laut, welche jedoch in ihrer reinen Formulierung zu unkonkret erscheint. Die Einschätzung von ökologischer Validität erfordert theoretische Kenntnisse über die Bedeutsamkeit und Vollständigkeit von Einflussfaktoren alltäglichen Hörens und ihres Zusammenwirkens. In einer Serie von insgesamt neun Experimenten wurde daher der Einfluss alltäglicher Einflussfaktoren auf die Geräuschbeurteilung von Haushaltsgeräten untersucht. Als Objekte für die Untersuchungen wurden Wäschetrockner, Waschmaschinen und Kühl-Gefrierkombinationen ausgewählt. Die Versuche selbst wurden in vier verschiedenen Umgebungen mit unterschiedlichem Realitätsgrad durchgeführt. Im Rahmen von Interviews wurden der psychologische Realismus sowie die Augenscheinvalidität der Experimente erfasst. Die Ergebnisse offenbaren einerseits, dass die Geräusche der Haushaltsgeräte in realitätsnahen Versuchsumgebungen als durchweg angenehmer beurteilt werden. Betrachtet man andererseits die relativen Urteile, so zeigt sich, dass der Einfluss des Versuchsrealismus auf die Geräuschbewertung von mehreren Faktoren abhängt. Dies sind sowohl Eigenschaften des Geräusches (Salienz und Bedeutungsgehalt), Unterschiede zwischen den zu beurteilenden Geräten sowie Merkmale der Personen. Korrelations- und Regressionsanalysen machen deutlich, dass abhängig von der Gerätekategorie, aber weitestgehend unabhängig vom experimentellen Realismus, dieselben psychoakustischen Metriken zur Varianzerklärung der subjektiven Beurteilungen herangezogen werden können. Dies spricht dafür, dass die Bewertungen des Geräuschcharakters weitestgehend unabhängig von der verwendeten Versuchsumgebung sind. Im Gegensatz dazu lassen die Studien erkennen, dass gerade in Umgebungen mit einer reduzierten physikalischen Realität Geräuschereignisse fehlinterpretiert werden können und damit anders als in einer Alltagssituationen beurteilt werden. Dies verdeutlicht, dass zur validen Beurteilung semantischer Aspekte und damit der gesamten Geräuschqualität die Rekonstruktion alltäglicher Aufmerksamkeits- und Handlungsprozesse erforderlich ist.
Test environments in sound quality research often significantly differ from human’s everyday world. Hence the claim for ecological validity of such experiments is reasonable, but too vague in its bare formulation. The estimation of ecological validity requires theoretical knowledge about the meaning and the totality of factors influencing everyday listening and their interaction. Therefore the influence of “reality factors” on the sound evaluation of household appliances was investigated within the framework of nine experiments. Objects of the investigations were laundry dryers, washing machines, and fridge-freezers. Tests were performed in four different settings with varied reality degree. The psychological realism and perceived face validity of the tests were examined by means of interviews. The results indicate, on the one hand, that the sounds of the devices are perceived as more pleasant in everyday-like environments. The analysis of the relative judgments shows, on the other hand, that the influence of the experimental realism is moderated by a number of factors. These are the saliency and meaning of the sounds, differences between the assessed devices, and personality traits. Correlation and regression analyses reveal that, depending of the device category but independent of the experimental realism, the same psychoacoustical metrics can explain the variance of the subjective evaluations. This suggests that sound character assessments are widely independent of the test environment. In contrast, especially in settings with reduced physical reality, sound events can be misinterpreted and therefore judged differently than in an everyday situation. This underlines that valid assessments of semantic aspects and thus of the whole sound quality require the reconstruction of everyday attention and action processes.
URI: urn:nbn:de:kobv:83-opus4-39599
http://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/4029
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-3732
Exam Date: 4-Jul-2013
Issue Date: 6-Aug-2013
Date Available: 6-Aug-2013
DDC Class: 150 Psychologie
620 Ingenieurwissenschaften und zugeordnete Tätigkeiten
Subject(s): Geräuschbeurteilung
Psychoakustik
Psychoacoustics
Sound evaluation
Soundscapes
Usage rights: Terms of German Copyright Law
Appears in Collections:Technische Universität Berlin » Fakultäten & Zentralinstitute » Fakultät 5 Verkehrs- und Maschinensysteme » Institut für Strömungsmechanik und Technische Akustik (ISTA) » Publications

Files in This Item:
File Description SizeFormat 
steffens_jochen.pdf7,36 MBAdobe PDFThumbnail
View/Open


Items in DepositOnce are protected by copyright, with all rights reserved, unless otherwise indicated.