Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-128
Main Title: Shakespeares Sonette in Deutschland
Subtitle: Zur Geschichte der Übersetzungen zwischen dem 18. Jahrhundert und den Übertragungen von Stefan George und Karl Kraus
Translated Title: Shakespeare´s Sonetts in Germany
Author(s): Horstmann, Gesa
Advisor(s): Miller, Norbert
Schuhmann, Kuno
Granting Institution: Technische Universität Berlin, Fakultät I - Geisteswissenschaften
Type: Doctoral Thesis
Language: German
Language Code: de
Abstract: Die vorliegende Dissertation versucht anhand der deutschen Übertragungen von William Shakespeares Sonetten einen Beitrag zu leisten, um die literarische Übersetzung, die von der Literaturwissenschaft stets als Stiefkind behandelt wurde und wird, ein Stück weit aus ihrem Schattendasein heraustreten zu lassen und den ihr immanenten Erkenntniswert aufzuzeigen. Kein anderes Werk der Weltliteratur wurde so oft und so kontinuierlich ins Deutsche übertragen, wie diese, 1609 erschienene Sammlung von 154 Gedichten. Ein überaus geeigneter Gegenstand um darzulegen, dass die literarische Übersetzung mehr ist als eine rein mechanische Dolmetschertätigkeit. Diese Arbeit ist ihrer Themenstellung nach zwar als komparatistische Untersuchung angelegt, setzt ihren Schwerpunkt jedoch auf die deutsche Rezption von Shakespeares Sonettsammlung, weswegen die ebenso umfangreich, wie zum Teil höchst phantasievoll-spekulative anglistische Forschungsliteratur zu den Shakespeareschen Gedichten nur am Rande berücksichtigt werden konnte. Das Eingangskapitel über Shakespeares Sonette soll lediglich einen Überblick über die verschiedenen Deutungsansätze vermitteln und anhand von sechs exemplarischen Einzelanalysen, die die Textgrundlage der anschließenden Untersuchung bilden, die verschiedenen Themenkreise der Sammlung vorstellen. Der Hauptteil der Arbeit, der der Analyse der einzelnen Übersetzung gewidmet ist, konzentriert sich auf das 19. Jahrhundert. Damit war zwar schon eine gewisse Begrenzung des Materials vorgegeben, aber dennoch galt es, bei einer Zahl von etwa 30 Gesamtübersetzungen eine Auswahl der zu behandelnden Übertragungen zu treffen. Die Entscheidung richtete sich nach der Darstellungsabsicht, ein möglichst breites Spektrum dessen aufzuzeigen, was Übersetzung in einer bestimmten Epoche zu leisten vermag. Ausgehend von dem Ansatz, dass die literarische Übersetzung als künstlerisch-poetischer Auseinandersetzungsprozess mit dem Fremden viel über die eigene Sprach- und Dichtungsauffassung offenbaren kann, wurden die Übertragungen vor ihrem dichtungs- und übersetzungstheoretischen Hintergrund und als Manifestationen einer bestimmten Deutung der Sonettsammlung betrachtet. Von daher versteht sich diese Untersuchung nicht nur als ein Übersetzungsvergleich, sondern ebenso als ein Beitrag zur Geschichte der literarischen Übersetzung in Deutschland und zur deutschen Rezeption der Shakespeareschen Sonette. Die übersetzerische Kontroverse zwischen Stefan George und Karl Kraus beschließt die Dissertation; so verschieden die in diesen beiden Übertragungen zutage tretenden Sprachauffassungen auch sein mögen, so sind sie doch als Versuche zu verstehen, die Sprache vor der Veräußerlichung, vor der Preisgabe an verblasste poetische Klischees, an die unverbindliche sinnentleerte Phrase und den Umgangston zu bewahren; sie sind Reflexe auf die Krise, in die die Dichtung und mit ihr die Übersetzung am Anfang des 20. Jahrhunderts geraten war. Die Auseinandersetzung, obwohl im 20. Jahrhundert stattfindend, hat ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert. Hier wird die romantische Übersetzungskonzeption, die in der Übersetzung das erneuernde, das "sprachbewegende" und dichtungserweiternde Moment suchte, erneut in ihr Recht gesetzt und gelangt damit zugleich an ein vorläufiges Ende; denn die nach 1945 entstandenen deutschen Übersetzungen von Shakespeares Sonetten sind unverbunden nebeneinanderstehende, individuelle Leistungen und Übersetzungskonzeptionen, die sich nicht mehr nach übergeordneten Dichtungsauffassungen oder nach einem wie auch immer gearteten gemeinsamen Übersetzungsbewusstsein befragen lassen.
URI: urn:nbn:de:kobv:83-opus-323
http://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/425
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-128
Exam Date: 28-Sep-1995
Issue Date: 25-Sep-2002
Date Available: 25-Sep-2002
DDC Class: 400 Sprache
Subject(s): Johann Joachim Eschenburg
Karl Friedrich Ludwig Kannegießer
Karl Lachmann
Literarische Übersetzung
Shakespeare
Shakespeare-Rezeption
Sonette
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Appears in Collections:Technische Universität Berlin » Fakultäten & Zentralinstitute » Fakultät 1 Geistes- und Bildungswissenschaften » Publications

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