Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-4793
Main Title: mHealth in der Prävention und Therapie von Adipositas
Subtitle: Einfluss einer Smartphone-Anwendung auf die Motivation für körperliche Aktivität bei übergewichtigen und adipösen Jugendlichen
Translated Title: mHealth in obesity prevention and therapy
Translated Subtitle: influence of a Smartphone-Application on physical exercise motivation in overweight and obese adolescents
Author(s): Koch, Daniela
Advisor(s): Babitsch, Birgit
Referee(s): Babitsch, Birgit
Maschewsky-Schneider, Ulrike
Granting Institution: Technische Universität Berlin, Fakultät VII - Wirtschaft und Management
Type: Doctoral Thesis
Language: German
Language Code: de
Abstract: Übergewicht und Adipositas stellen bei Kindern und Jugendlichen ein zunehmendes und ernstzunehmendes Gesundheitsproblem dar (Kurth & Schaffrath Rosario, 2007). In Anbetracht der schweren Begleiterkrankungen und Spätfolgen einer unbehandelten Adipositas, besteht dringender Handlungsbedarf. Für einen langfristigen Therapieerfolg spielt die Förderung der körperlichen Aktivität eine entscheidende Rolle. Die körperliche Aktivität wird maßgeblich durch motivationale Faktoren, wie intrinsische Motive (Ingledew & Markland, 2008), die Selbstkonkordanz (Seelig & Fuchs, 2006) und die Selbstwirksamkeit (Fuchs & Schwarzer, 1994) beeinflusst, die bei Interventionen berücksichtigt werden müssen. Mit dem Ziel gesundheitsförderliches Verhalten zu bestärken, kommen immer häufiger interaktive Informations- und Kommunikationstechnologien, auch eHealth Komponenten genannt, zum Einsatz (Norman et al., 2007). Jedoch steht die Forschung in diesem Bereich noch am Anfang. Das Ziel der Studie war es, den Einfluss verschiedener Komponenten einer Smartphone-Anwendung auf die Motivationslage, die körperliche Aktivität, den BMI SDS und das Selbst-Monitoring bei übergewichtigen und adipösen Jugendlichen zu untersuchen. Die durchgeführte Studie ist eine randomisierte kontrollierte Interventionsstudie und basiert auf einem Mixed Methods Ansatz. Die Studienteilnehmer/-innen (N=102, Alter 13-17 Jahre) wurden über die Adipositas-Sprechstunde des Sozialpädiatrischen Zentrums der Charité-Universitätsmedizin Berlin rekrutiert und zwei Interventionsgruppen (IG1 n=24; IG2 n=27) und einer Kontrollgruppe (KG n=51) zugeteilt. Die Teilnehmer/-innen der IG1 und IG2 erhielten für den Zeitraum von sechs Wochen ein Smartphone mit einer App zur Aktivitätsmessung. Die IG1 erhielt zusätzliche Komponenten (Ziele-App und automatisierte Feedback- und Motivationsnachrichten). Vor und nach der Intervention (T0 und T1) wurden anhand eines quantitativen Fragebogens bei allen Studienteilnehmer/-innen soziodemographische Merkmale, die Motive für sportliche Aktivität (EMI-2 Skala), die sport- und bewegungsbezogene Selbstkonkordanz (SSK-Skala), die sportbezogene Selbstwirksamkeit (SSA-Skala) und der Umfang der sportlichen Aktivität erhoben. Die Daten wurden anhand von Frequenzanalysen und linearen Regressionsmodellen untersucht. Zum Zeitpunkt T1 wurden semistrukturierte qualitative Interviews durchgeführt. Die Interviews wurden anhand eines induktiven Ablaufmodells der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring ausgewertet. Fast ausnahmslos waren Veränderungen der Motive für sportliche Aktivität in die erwartete Richtung sichtbar. Bei den intrinsischen Motiven kam es in den Interventionsgruppen meist zu einer Zunahme und bei den extrinsischen Motiven zu einer Abschwächung. Als Auslöser für diese Veränderungen wurden in den Interviews wiederholt die verschiedenen Apps angeführt. Statistisch signifikant waren die Unterschiede zwischen den Gruppen nur in Bezug auf vereinzelte Variablen. Das Motiv Freude nahm in der IG2 im Vergleich zur KG signifikant stärker zu (p=0,020). Die intrinsische Motivation als Subskala der Selbstkonkordanz erhöhte sich zwischen den Erhebungszeitpunkten in beiden Interventionsgruppen im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant stärker (IG1 p=0,035; IG2 p=0,044). In Bezug auf die sportliche Aktivität kam es in der IG1, IG2 und KG zu einer Steigerung mit dem höchsten Anstieg in der IG1. Die Unterschiede zwischen den Gruppen waren nicht signifikant. Die explorative Untersuchung des BMI SDS ergab keine nennenswerten Veränderungen. Die Apps wurden weitgehend als unterstützend bei der Ausübung körperlicher Aktivität wahrgenommen und viele Teilnehmer/-innen können sich eine langfristige Nutzung einer überarbeiteten Version vorstellen. Die Nutzung der Apps wurde durch Lebensstilfaktoren, die Unterstützung der Eltern, den Bedienungsaufwand und technische Probleme beeinflusst. Die Ergebnisse bestätigen die Erkenntnis andere Forscher/-innen im mHealth Bereich (Hebden et al., 2013), dass das Smartphone ein adäquates Instrument in der Zielgruppe der Jugendlichen darstellt. Mobile Komponenten ermöglichen es, Personen in ihrem alltäglichen Umfeld zu adressieren. Informationen und Feedback können in Echtzeit übermittelt werden. Die Ergebnisse zeigen jedoch auch, dass ein Überarbeitungsbedarf der hier erprobten Apps besteht, um die Nutzungsraten zu verbessern. Die Bedienerfreundlichkeit müsste verbessert werden, spielerische Elemente müssten integriert und technische Verbesserungen durchgeführt werden. Verschiedene Lebensstile und die aktuelle motivationale Lage einer Person müssten stärker berücksichtigt werden. Der Aspekt der längerfristigen Gewichtsreduktion könnte mit einer überarbeiteten Version der Apps untersucht werden. Eine weitere Intensivierung der Forschung im mHealth Bereich und eine Überprüfung der Qualität von Apps im Gesundheitsbereich sind dringend angeraten.
Overweight and obesity in children and adolescents represent increasing and serious health problems (Kurth & Schaffrath Rosario, 2007). Considering the severe comorbidities and health consequences, there is an urgent need of action to tackle the problem. To achieve long-term goals in obesity therapy and prevention, the promotion of physical activity plays a crucial role. Physical activity is influenced by motivational determinants such as intrinsic and extrinsic motives (Ingledew & Markland, 2008), self-concordance (Seelig & Fuchs, 2006) and self-efficacy (Fuchs & Schwarzer, 1994), which need to be considered in interventions. Interactive information and communication technologies are increasingly used to enforce health promoting behavior (eHealth) (Norman et al., 2007). But the research in the field is still limited. The aim of the study was to investigate the influence of different components of a smartphone-application on the motivational orientation, physical activity, BMI SDS and self-monitoring of overweight and obese adolescents. The here conducted randomised controlled intervention study is based on a mixed-methods design. The participants (N=102, aged 13-17 years) were recruited at the Obestity Outpatient Clinic at the Center for Social Pediatrics of the Charité-Universitätsmedizin Berlin. They were allocated to one of two intervention groups (IG1 n=24; IG2 n=27) or a control group (CG n=51). The participants of the IG1 and IG2 received a smartphone with an app to measure their physical activity for six weeks. The participants of the IG1 received additional components (a goal-setting app and feedback- and motivational messages). Before and after the intervention (T0 and T1) data was collected on sociodemographics, motives for physical activity (EMI-2 Scale), self-concordance (SSK-Scale), self-efficacy (SSA-Scale) and physical activity via a self-administered questionaire. Frequency analyses and linear regression models were conducted. Additionally the data of 18 semistructured interviews, which were conducted after the intervention (T1), were analysed using the model of inductive content analysis by Philipp Mayring. The quantiative and qualitative data were triangulated. The motives for physical activity largely developed as expected. In the intervention groups the majority of the intrinsic motives increased while extrinsic motives decreased. The participants of the interviews repeatedly mentioned, that the apps triggered changes in their motives. However, statistic significant differences between the randomization groups were only found for single variables. The increase in enjoyment was significantly stronger in the IG2 than in the CG (p=0,020). The increase in intrinsic motivation as a subscale of self-concordance was significantly stronger for both intervention groups compared to the CG (IG1 p=0,035; IG2 p=0,044). The amount of physical activity increased in all groups with the highest increase in the IG1 but without significant differences. The BMI SDS did not change remarkably. The apps were largely perceived as supportive. The majority of the participants considered the longterm use of an updated version as an option. The utilization of the apps was influenced by factors such as lifestyle, support by parents, operating expense and technical problems. The results confirm the conclusion of other mhealth researchers (Hebden et al., 2013), that smartphones are adequate tools for the implementation in adolescent populations. They facilitate the reachment of adolescents in their daily environment and the exchange of realtime information and feedback. The results indicate the need of a revision of the apps in order to attain better utilization rates. The user friendliness of the apps should be improved, games should be integrated and technical improvements should be done. Furthermore, the lifestyle and the motivational orientation of a person need more consideration. Longterm weight reduction could be investigated with a revised version. Further research in the field of mhealth and the scientific evaluation of health apps is suggested.
URI: urn:nbn:de:kobv:83-opus4-73549
http://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/5090
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-4793
Exam Date: 16-Oct-2015
Issue Date: 17-Nov-2015
Date Available: 17-Nov-2015
DDC Class: 610 Medizin und Gesundheit
Subject(s): Adipositas
Jugendliche
Körperliche Aktivität
MHealth
Motivation
Adolescents
Motivation
Obesity
Physical activity
Creative Commons License: https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/
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