Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-222
Main Title: Der Paartraum als Zugang zu unbewußten Konflikten heutiger Paare unter kulturanalytischer Perspektive
Author(s): Roth, Martina
Advisor(s): Jaeggi, Eva
Granting Institution: Technische Universität Berlin, ehemalige Fakultät VII - Architektur Umwelt Gesellschaft
Type: Doctoral Thesis
Language: German
Language Code: de
Abstract: Der zentralen Hypothese, daß in den Träumen der Partner solche Vorstellungen von Partnerschaft, Männern und Frauen ausgedrückt werden, die nicht mehr oder noch nicht gesellschaftsfähig sind, wurde nachgegangen. Es wurden heutige kulturelle Tabus untersucht, die in die Partnerschaft hineinwirken. Um diese aufdecken zu können, wurden historische und gesellschaftliche Veränderungen des Paar- und Liebesideals sowie der Frauen- und Männerrolle seit Beginn des bürgerlichen Zeitalters herausgearbeitet und unter der Individualisierungstheorie nach Beck und Beck-Gernsheim zusammengefaßt. Den theoretisch-methodischen Rahmen dieser Arbeit lieferten die kulturanalytischen Ideen Lorenzers. Diese Theorie liefert neben psychoanalytischen Ansätzen zur Traumdeutung nach Freud und Morgenthaler den theoretisch-methodischen Rahmen zur Interpretation der Träume. Statt die Träume nur individual-psychoanalytisch zu deuten, wurden sie im Hinblick auf ihre gesellschaftlich verdrängten Inhalte analysiert. Paarträume sind die jeweiligen Träume der Partner in einer Beziehung. Die Partner erzählten sich und anderen Paaren ihre Träume in den Workshops einer sogenannten "Traumwerkstatt". Die Partner sowie die Gruppenmitglieder assoziierten zum Traum. Die wörtlichen Transskripte der 14 Träume sowie der Gruppenassoziationen bildeten das Datenmaterial, welches tiefenhermeneutisch und kulturanalytisch nach Lorenzer interpretiert wurde. In der Auswertung der Träume zeigte sich, daß sich die Freisetzung aus der traditionellen Frauen- und Männerrolle - wie es für Träume üblich ist - radikal ausgestaltet. In den Träumen wurden vielfältige Möglichkeiten hinsichtlich der Themen "neue Partnerschaftsmodelle" und "neue Rollenbilder" ausgemalt, die jedoch von der Gruppe abgewehrt wurden. Dies wurde vor dem Hintergrund kultureller Tabus diskutiert. Aus allen Träumen konnten wichtige gesellschaftliche Themen herausgearbeitet werden: die Bollwerksfunktion der Partnerschaft gegen in der Gesellschaft wahrgenommene Kältetendenzen, die Gleichheit vs. Differenz von Frauen und Männern, der Rollentausch vs. verinnerlichte Geschlechterrollen, der Selbstverwirklichungsdrang von Männern und Frauen vs. die Suche nach Regeln in der Partnerschaft. Die Arbeit analysiert Beziehungsdynamiken heutiger Paare vor dem Hintergrund der Individualisierung.
URI: urn:nbn:de:kobv:83-opus-1242
http://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/519
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-222
Exam Date: 15-Dec-2000
Issue Date: 5-Apr-2001
Date Available: 5-Apr-2001
DDC Class: 150 Psychologie
Subject(s): Geschlechterbeziehung
Individualisierung
Kulturanalyse
Paartraum
Traumdeutung
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