Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-576
Main Title: Wie beeinflusst die Strukturqualität einer stationären geriatrischen Einrichtung die Ergebnisqualität der Rehabilitation von Schlaganfallpatienten?
Subtitle: Eine vergleichende empirische Analyse der Effektivität und Effizienz der stationären Rehabilitation von Schlaganfallpatienten in ausgewählten geriatrischen Einrichtungen in Deutschland
Author(s): Loos, Stefan
Advisor(s): Steinhagen-Thiessen, Elisabeth
Granting Institution: Technische Universität Berlin, Fakultät VII - Wirtschaft und Management
Type: Doctoral Thesis
Language: German
Language Code: de
Abstract: Ausgangslage und Fragestellung: Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und die häufigste Ursache für den Eintritt einer bleibenden Behinderung im Erwachsenenalter. Trotz dieser hohen Relevanz besteht hinsichtlich der Organisation der Schlaganfallrehabilitation auch in geriatrischen Einrichtungen die einen erheblichen Teil der Versorgungslast tragen noch immer erhebliche Unsicherheit: Die bisherigen Studien zu diesem Thema haben es versäumt, die spezifischen organisatorischen Faktoren zu identifizieren, welche die Ergebnisqualität der Schlaganfallrehabilitation beeinflussen. Das Ziel dieser Studie war es deshalb zu untersuchen, ob es Unterschiede zwischen geriatrischen Einrichtungen hinsichtlich der Ergebnisqualität der Rehabilitation von Schlaganfallpatienten gibt, und inwieweit diese Unter-schiede sich durch eine unterschiedliche Strukturqualität der Einrichtungen erklären lassen. Methoden: Die Daten zu den Patientencharakteristika und der Ergebnisqualität wurden im Rahmen des Qualitätssicherungsprojekts Gemidas (Geriatrisches Minimum Data Set) erhoben. Zur Erhebung der Strukturqualität wurden im Jahre 1999 Fragebögen an die 59 an Gemidas teilnehmenden Einrichtungen versandt. Aus der medizinischen und sozialwissenschaftlichen Literatur wurden Hypothesen zum Einfluss von Patientencharakteristika und Strukturqualität auf die Ergebnisqualität der geriatrischen Schlaganfallrehabilitation abgeleitet. Die Effektivität der Rehabilitation wurde definiert als die Differenz zwischen Barthel-Index bei Entlassung und Barthel-Index bei Aufnahme. Die Effizienz wurde definiert als der Quotient zwischen Effektivität und Verweildauer. In umfassenden Mehrebenenmodellen wurde der Einfluss der Strukturqualität und der Patientencharakteristika auf die Ergebnisqualität entlang der zuvor aufgestellten Hypothesen untersucht. Ergebnisse: 48 Einrichtungen (81,36% der angeschriebenen Einrichtungen) beteiligten sich an der Umfrage zur Strukturqualität und stellten Daten zu insgesamt 9555 Schlaganfallpatienten zur Verfügung. Die Patienten waren durchschnittlich 77 Jahre alt und bei Aufnahme in eine geriatrische Einrichtungen kognitiv und funktionell häufig stark eingeschränkt. Im Laufe der Behandlung verbesserte sich ihr Zustand deutlich, und sie wurden nach durchschnittlich 29 Tagen wieder entlassen. Insbesondere der funktionelle und kognitive Zustand der Patienten bei Aufnahme hatte einen deutlichen Einfluss auf die Ergebnisqualität der Rehabilitation. Die Einrichtungen verfügten über ein multidisziplinäres, geriatrisches Team und wiesen ein breites Spektrum von akut- und rehabilitationsdiagnostischen Möglichkeiten auf. Krankenhäuser hatten signifikant mehr Patienten pro Ergo- und Physiotherapeut als Rehabilitationseinrichtungen, dafür signifikant weniger Patienten pro Pflegeperson. Die Krankenhäuser verfügten im Durchschnitt nicht über mehr akutdiagnostische Möglichkeiten als die Rehabilitationseinrichtungen, aber über weniger rehabilitationsdiagnostische Möglichkeiten. Eine höhere Anzahl von Therapeuten pro Patient, das Vorhalten eines breiteren Spektrums rehabilitationsdiagnostischer Möglichkeiten, eine Spezialisierung auf die Rehabilitation von bei der Aufnahme funktionell möglichst homogenen Schlaganfallpatienten und eine höhere Anzahl interorganisatorischer Beziehungen waren signifikante Prädiktoren für eine höhere Ergebnisqualität der Rehabilitation. Dagegen wiesen größere Einrich-tungen und geriatrische Teams mit einem Neurologen keine höhere Ergebnisqualität auf als kleinere Einrichtungen und Einrichtungen, in denen kein Neurologe Mitglied des geriatrischen Teams war. Die Effektivität der Rehabilitation war in Rehabilitationseinrichtungen höher als in Krankenhäusern. Die Effizienz war in akutmedizinisch ausgerichteten Krankenhäusern höher als in Rehabilitationseinrichtungen und rehabilitativ ausgerichteten Krankenhäusern. Insgesamt waren Patientencharakteristika stärkere Prädiktoren für die Ergebnisqualität der Rehabilitation als Einrichtungscharakteristika. Schlussfolgerung: Die geriatrische Schlaganfallrehabilitation sollte in spezialisierten, therapeutisch und rehabilitationsdiagnostisch gut ausgestatteten Einrichtungen stattfinden. Durch die Einführung eines DRG-basierten Vergütungssystems für die stationäre Krankenhausbehandlung wird es zu einem erheblichen Druck auf die geriatrischen Versorgungsstrukturen kommen. Deshalb müssen sich alle Akteure des Gesundheitswesen auf neue, gemeinsame Konzepte verständigen, um eine ergebnisorientierte Gestaltung der Versorgungsstrukturen zu erreichen.
URI: urn:nbn:de:kobv:83-opus-4788
http://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/873
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-576
Exam Date: 12-Dec-2002
Issue Date: 3-Jun-2003
Date Available: 3-Jun-2003
DDC Class: 610 Medizin und Gesundheit
Subject(s): Geriatrie
Rehabilitation
Krankenhaus
Schlaganfall
Versorgungsforschung
DRG
Geriatrics
Rehabilitation
Hospital
Stroke
Health services research
DRG
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