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Main Title: Sanierung von Altdeponien
Subtitle: Bewertungsmodell und Sanierungsvorschläge in Bezug auf die Europäische Wasserrahmenrichtlinie
Translated Title: Remediation of abandoned waste sites
Author(s): Hudec, Barbara
Advisor(s): Thomé-Kozmiensky, Karl J.
Granting Institution: Technische Universität Berlin, Fakultät III - Prozesswissenschaften
Type: Doctoral Thesis
Language: German
Language Code: de
Abstract: Altdeponien sind aufgrund ihrer Inhaltsstoffe, die potenziell eine Grundwassergefährdung bedeuten und aufgrund ihrer unzureichenden technischen Ausrüstung zur Verhinderung von Emissionen in das Grundwasser als potenzielle punktuelle Schadstoffquellen anzusehen. In Deutschland sind etwa 107.000 Flächen erfasst, davon ist ungefähr ein Drittel untersucht und davon nur etwa 5.000 saniert oder gesichert. Die Erfassungssysteme zu Informationen über Altdeponien sind in den Bundesländern unterschiedlich. Mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) wurde im Jahr 2000 erstmalig auf europäischer Ebene dem Vorsorgeprinzip für den Grundwasserschutz Rechnung getragen. Punktuelle Schadstoffquellen sind bis Dezember 2004 zu erfassen und zu beschreiben. Detaillierte Vorgaben hierzu gibt die EG-WRRL nicht. Derzeit wird in mehreren Arbeitsgremien die Definition und weitere Bearbeitung von punktuellen Schadstoffquellen im Sinne der EG-WRRL diskutiert. Ein einheitliches Handlungskonzept zum Umgang mit Altdeponien, die als punktuelle Schadstoffquellen zu identifizieren und als solche zu behandeln sind, liegt nicht vor. In der vorgelegten Untersuchung werden die Bearbeitungsschritte von Altdeponien (Erfassung, Untersuchung, Sanierung) in der Praxis der Altlastenbearbeitung beschrieben. Aus dem daraus kritisch betrachteten Status Quo werden Indikatoren zur Optimierung der Bewertung von Altdeponien entwickelt. Für die Bewertung werden zunächst altdeponietypische grundwasserrelevante Stoffe ausgewählt. Jeder ausgewählte Stoff wird durch seine Mobilität im Untergrund und sein mikrobiologisches Transformationspotenzial klassifiziert. Aus beiden Kenngrößen wird ein stoffspezifisches Ausbreitungspotenzial ermittelt. Typ und Volumen von Altdeponien können ebenfalls als Anzeiger für ein Emissionspotenzial herangezogen werden, hierzu wird als Indikator das altdeponietypische Stoffemissionspotenzial abgeleitet. Kriterien zur Charakterisierung der geologisch-hydrogeologischen Standortverhältnisse von Altdeponien werden auf Basis flächendeckend vorliegender Informationen erarbeitet. Grundlage ist die Abgrenzung der Grundwasserkörper und ihre Zuordnung zu vorgegebenen Grundwasserleitertypen. Die Klassifizierung der Schadenseintrittswahrscheinlichkeit erfolgt durch Verknüpfung des Stoffemissionspotenzials der Altdeponien mit der Situation der Grundwasserüberdeckung am Standort. Für Altdeponien mit einer mittleren oder hohen Schadenseintrittswahrscheinlichkeit wird unter zusätzlicher Berücksichtigung der hydraulischen Durchlässigkeit des Grundwasserleiters das standort- und stoffspezifische Ausbreitungspotenzial abgeleitet. Nicht nur die Identifizierung einer Altdeponie als punktuelle Schadstoffquelle wird für die weitergehende Beschreibung im Rahmen der zu erfüllenden Vorgaben der EG-WRRL hinreichend sein, sondern es muss darüber hinaus der gesamte Grundwasserkörper betrachtet werden, da dieser die maßgebliche Bewertungseinheit darstellt. Für die großflächigen Auswertungen der Bestandsaufnahme von Altdeponien auf Bundes- und Länderebene wird eine Konkretisierung der Wirkungsbereiche diskutiert. Auf der Basis dieser Indikatoren können dann gezielt Entscheidungen hinsichtlich einer Sanierungserfordernis von Altdeponien getroffen werden. Verschiedene Sanierungs- und Sicherungsoptionen von Altdeponien werden stoffbezogen erläutert. Durch die Vorgaben der EG-WRRL wird in den nächsten Jahren verstärkt eine Erfassung, Be-arbeitung und Sanierung von Altdeponien erforderlich sein. Bei der Umsetzung der EG-WRRL sind daher hinsichtlich des Umgangs mit Altdeponien in Deutschland noch offene Fragen zu klären. Diese betreffen z.B. eine Vereinheitlichung der Vorgehensweise, dabei zu verwendende EDV-Werkzeuge, den Umfang der zukünftigen Berichtspflichten sowie die Auswirkungen der EG-WRRL auf die Praxis der Altlastenbearbeitung. Die vorliegende Untersuchung soll einen Beitrag zu der Diskussion zu punktuellen Schadstoffquellen im Sinne eines nachhaltigen Grundwasserschutzes leisten.
It has only been in the last few decades that legal stipulations have materialized in Germany specifically defining the requirements for the technical structure of waste sites and the integrative protection of the groundwater. A legislative framework has been created for recording, examining, evaluating and recultivating abandoned waste sites. Given the substances they contain and the potential hazard to groundwater bodies, abandoned waste sites can generally be viewed as potential point sources of pollution particularly in view of the generally insufficient facilities which they have for preventing contamination of the groundwater. In Germany, roughly 107,000 abandoned waste sites have been recorded. Of these, around one third have been examined. Within this subgroup, only approximately 5,000 have been recultivated or secured. In Germany, the systems for recording information on abandoned waste sites vary from state to state to a considerable degree in some cases. There are different methods of extracting and evaluating groundwater and of cleaning up abandoned waste sites around the country. Some methods are currently being validated and optimized in research projects. At the moment, several committees are discussing the definition and looking into further details with respect to point sources of pollution in the light of the EWFD. The European Water Framework Directive (EWFD), which took force in 2000, lays down precautionary principles for the protection of groundwater on a European level for the first time. It stipulates that the discharge of pollutants into the groundwater must be prevented or restricted. As a basic principle, it imposes a ban on any adverse effect on the quality of groundwater. Point sources of pollution impacting the groundwater must be recorded and described by December 2004. The EWFD does not spell this out in any detail however. This thesis investigates and describes in detail the steps to be taken with respect to abandoned waste sites (recording, investigation, remediation) as part of the day-to-day handling of contaminated sites. The critical view of the status quo is used as a basis for deriving indicators for optimizing the evaluation of abandoned waste sites. Indicators for identifying potential hazards for the chemical state of the groundwater body as a result of abandoned waste sites in connection with their preliminary and more detailed characterization pursuant to the EWFD are developed. The indicators are derived from information on the characteristics of the substances found, the size and type of the abandoned waste sites as well as hydrogeological and hydraulic factors. Given the requirements stipulated by the EWFD, greater efforts will be needed to record, describe, recultivate or contain abandoned waste sites over the next few years. It is to be hoped that this investigation will make a contribution to this discussion, which should prove to be an interesting process in the interests of sustained groundwater protection.
URI: urn:nbn:de:kobv:83-opus-5521
http://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/947
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-650
Exam Date: 8-Sep-2003
Issue Date: 26-Nov-2003
Date Available: 26-Nov-2003
DDC Class: 620 Ingenieurwissenschaften und zugeordnete Tätigkeiten
Subject(s): Altdeponie
Europäische Wasserrahmenrichtlinie
Grundwasser
Sanierungstechnik
Schadstoff
Abandoned waste site
European Water Framework Directive
Groundwater
Hazardous substance
Remediation
Usage rights: Terms of German Copyright Law
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