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Die Rolle gemeinwohlorientierter Akteure zur Unterstützung gemeinschaftlicher Wohnprojekte in Berlin

Hübinger, Heike; Laug, Leonie

Inst. Stadt- und Regionalplanung

Gemeinschaftliche Wohnprojekte erfreuen sich in Deutschland zunehmend größerer Beliebtheit. Trotz ihrer insgesamt geringen quantitativen Bedeutung wird ihnen eine hohe gesellschaftliche Relevanz zugeschrieben. Gleichzeitig findet ein wissenschaftlicher und politischer Diskurs über die Gemeinwohlorientierung im Wohnungswesen statt, in dem auch gemeinschaftliche Wohnprojekte zunehmend in den Vordergrund treten. Hierbei werden Akteure relevant, die gemeinschaftliche Wohnprojekte auf unterschiedliche Arten unterstützen. In dieser Arbeit wird die Rolle dieser Akteure am Fallbeispiel Berlin untersucht. Diese Fragestellung wird mithilfe einer Akteursrecherche sowie der Analyse von fünf mit ausgewählten Akteuren geführten Expert*inneninterviews bearbeitet. Dazu wird ihre Perspektive auf gemeinschaftliche Wohnprojekte, ihr Gemeinwohlverständnis, ihre Arbeitsweise und ihre Zusammenarbeit mit anderen Akteuren näher betrachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Akteure Teil einer gut vernetzten Akteurslandschaft sind, welche stark von ideellen Überzeugungen und persönlichen Beziehungen geprägt ist. Trotz ihrer ähnlichen Perspektive auf die Herausforderungen und Bedarfe gemeinschaftlicher Wohnprojekte wählen die Akteure unterschiedliche Schwerpunkte hinsichtlich ihrer Arbeitsweise, ihrer Zielgruppen und ihrer strategischen Ausrichtung. Die derzeitigen Herausforderungen aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen führen zu einem begrenzten Handlungsspielraum für gemeinschaftliche Wohnprojekte und für die Akteure selbst. Während einige von ihnen versuchen, auf politische und administrative Entscheidungen Einfluss zu nehmen, bleibt unter den gegenwärtigen Umständen die Frage, welche quantitative Bedeutung diese Form des Wohnens in Zukunft haben kann.
Collaborative housing projects are becoming increasingly popular and are considered to be of high societal relevance. At the same time, a scientific and political discourse on the orientation towards the common good in the housing sector is taking place, increasingly highlighting collaborative housing projects. In this context, there are various actors who support collaborative housing projects in different ways. This paper investigates the role of these actors using the case study of Berlin. It examines the understanding of the actors of collaborative housing projects, their ways of working as well as the collaboration of these actors among themselves and with politics and administration. Relevant actors in Berlin have been identified with the help of desk research and subsequently, expert interviews have been conducted with five different actors. The analysis of the results shows that the actors are part of a tight network which is very much based on ideational beliefs and personal relationships. Despite their common goal, the actors differ in their course of actions, target groups and strategic orientation. However, in light of challenging political and economic conditions for collaborative housing projects and their supporting actors, their scope of action remains limited. While some of them try to influence political and administrative decision making, given the current circumstances the question as to what quantitative significance this form of housing can have in the future remains.