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Modulares System zur Bewertung gesundheitlicher Risiken von Umweltkontaminanten in Trinkwasser

Mulisch, Hans-Martin

Dem Vorsorgeanspruch der Trinkwasserhygiene entsprechend wurde ein Verfahrenskonzept entwickelt, das eine prospektive Bewertung potentieller Umweltkontaminationen zulässt. Die Problematik wurde zunächst am Beispiel militärischer Altlasten dargestellt und darauf aufbauend in ein umfassend anwendbares Bewertungssystem für Böden und Gewässer verallgemeinert. Über die Beschreibung der stofflichen Eigenschaften von Umweltkontaminanten wurden Werte der Stoffcharakteristiken (SC-Werte) berechnet, die in ihrer Kombination eine mögliche Exposition und Gefahr (Risiko) bei der Trinkwassergewinnung aus Grund- oder Oberflächenwasser aufzeigen. Für die Gefahrenfeststellung wurden in einem zweiten Schritt eindeutige gesundheitsbezogene Expositionsgrenzen in Form von Maßnahmewerten (kurzfristige gesundheitliche Leitwerte LWKE) im Rahmen von humantoxikologischen Bewertungen sowie zulässige Höchstkonzentrationen (HZK) durch aquatoxikologische Bewertungen erarbeitet. Mit ihrer Hilfe kann darüber entschieden werden, ob die chemische Qualität eines kontaminierten Trinkwassers (noch) gesundheitlich sicher ist und ob die chemische Qualität eines kontaminierten Gewässers die aquatische Biozönose nachteilig beeinflussen könnte.