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Schutzfaktoren für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

Bettge, Susanne

Fak. 7 Wirtschaft und Management

Als Schutzfaktoren oder Ressourcen für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gelten solche Merkmale, die es ihnen ermöglichen, sich trotz vorhandener Risiken oder Belastungen gesund zu entwickeln und anstehende Entwicklungsaufgaben erfolgreich zu bewältigen. Mit dem Ziel, diese Merkmale in epidemiologischen Studien erfassbar zu machen, wurden die bisher thematisierten und durch Forschungsergebnisse belegten Schutzfaktoren aus der Literatur identifiziert und in ein Operationalisierungskonzept integriert, das einer empirischen Prüfung unterzogen wurde. Mit zehn Skalen zur Erfassung von Schutzfaktoren im Selbsturteil der Kinder und Jugendlichen und vier Elternskalen wurden 883 Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren und je ein Elternteil befragt. Die psychometrische Prüfung ergab überwiegend gute Skaleneigenschaften. Nach Elimination zweier Skalen konnten die übrigen acht Skalen im Selbsturteil den drei Dimensionen personale, familiäre und soziale Ressourcen zugeordnet werden. Die erfassten Schutzfaktoren erwiesen sich als signifikante Einflussgrößen auf die psychische und subjektive Gesundheit der Kinder und Jugendlichen. Das anhand der Forschungsliteratur spezifizierte Untersuchungsmodell zu Risiko- und Schutzfaktorenwirkungen konnte bestätigt werden. Für das überprüfte Operationalisierungskonzept lassen sich Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Identifikation von Risikogruppen sowie der Planung und Evaluation gesundheitsfördernder Angebote erkennen.
Characteristics of children and adolescents are considered as protective factors or assets for their mental health, if they allow a healthy development despite existing risks and strains, and a successful adaptation to developmental tasks. The aim of the study was to make those characteristics amenable to assessment in epidemiological studies. Assets which proved to have protective effects in research studies were identified from the literature and integrated into an operationalisation concept, which was subsequently empirically tested. A total of 883 children and adolescents aged 11 to 17 years and one parent per participant were questioned with ten scales for the assessment of protective factors answered by the children and adolescents themselves, and four parents scales. Psychometric testing showed predominantly good scale properties. After elimination of two scales, the remaining eight self-administered scales could be assigned to the three dimensions personal, family, and social assets. The protective factors show a significant impact on psychological and subjective well-being of the children and adolescents. The theoretical model derived from the research literature could be confirmed. The operationalisation concept reviewed in this study shows up possible fields of application in the area of identification of risk groups as well as in the planning and evaluation of health promotion activities.