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Mockumentaries und die Dekonstruktion des klassischen Dokumentarfilms

Sextro, Maren

Inst. Sprache und Kommunikation

In unserer heutigen modernen Gesellschaft empfinden wir uns meist als medienkompetent und aufgeklärt. Wir haben gelernt, dass Filme „irgendwie“ immer subjektiv sind und es die Wahrheit nicht gibt. Wir glauben nicht alles, was wir im Fernsehen zu sehen bekommen und unterscheiden zwischen Darstellungen von Wirklichkeit (Dokumentarfilmen) und Darstellungen fiktiver Welten (Spielfilmen). Was passiert aber, wenn ein Film wie ein typischer Dokumentarfilm aussieht, am Ende aber paradoxerweise nicht als solcher verstanden werden will? Was, wenn solche als „Mockumentaries“ bezeichneten Filme wie “This is Spinal Tap!”, „Man Bites Dog“ oder „Zelig“ mit uns Zuschauern ein geschicktes Verwirrspiel spielen, indem sie sich widersprechende fiktionale und dokumentarische Signale senden? Was, wenn wir uns am Ende nicht mehr nur fragen, was real und was fiktiv ist, sondern: Ist das ein echter Dokumentarfilm? Mockumentary-Filme führen uns auf humorige oder auch ernste Art und Weise vor, wie sehr uns unsere Sehgewohnheiten, Erwartungshaltungen und der Einsatz filmischer Stilmittel nach wie vor unbemerkt beinflussen und damit auch, wie leicht wir an die Grenzen unserer Medienkompetenz stoßen. Darüber hinaus sind sie Provokation und Kritik, gerichtet an alle Dokumentarfilmer, die sich in ihrem Anspruch und ihrer Arbeitsweise vom fiktionalen Film abzugrenzen versuchen. Online-Version im Universitätsverlag der TU Berlin (www.univerlag.tu-berlin.de) erschienen.