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In eigener Sache: Arthur Langermans Sammlung visueller Antisemitika am Zentrum für Antisemitismusforschung

Linsler, Carl-Eric; Königseder, Angelika; Technische Universität Berlin, Zentrum für Antisemitismusforschung (Organisation)

Der belgische Holocaust-Überlebende Arthur Langerman überführte seine etwa 8100 Objekte umfassende Sammlung visueller Antisemitika im Jahr 2019 in eine Stiftung in Treuhänderschaft der TU Berlin. Um die Sammlung zu bewahren, zu erforschen sowie für pädagogische und Ausstellungszwecke zugänglich zu machen, wird am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin das „Arthur Langerman Archiv für die Erforschung des visuellen Antisemitismus“ (ALAVA) aufgebaut. Die Sammlung umfasst mehr als 3500 antisemitische Postkarten, über 1000 handgezeichnete Skizzen, mehrere Hundert Plakate, Flugblätter und Flugschriften, etliche illustrierte Bücher, Zeitungen und Zeitschriften sowie eine Vielzahl von Gemälden, Stichen und Zeichnungen aus dem 17. bis zum 21. Jahrhundert. Damit ist die Sammlung Langerman der vermutlich größte Bestand an antisemitischen Bildern weltweit. Hinzu kommen judenfeindliche Skulpturen, Nippesfiguren und Alltagsgegenstände wie Spazierstöcke, Tabakpfeifen, Geschirr und Krüge. In ihrer thematischen und materiellen Konsistenz sowie der breiten regionalen und historischen Fächerung bietet die Sammlung immense Forschungspotenziale.
Published in: Jahrbuch für Antisemitismusforschung 29 (2020), Metropol