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Methoden der Bestimmung optimaler Leistungstiefe in der Informations- und Kommunikationstechnik - am Beispiel des Unfallkrankenhauses Berlin

Schildhauer, Thomas

Die Tendenz der strategischen Entwicklung vieler Industrie- und Dienstleistungsunternehmen liegt in der Konzentration auf die Kernkompetenz. Diese generelle unternehmensstrategische Überlegung macht auch vor der Informationstechnologie nicht halt. Dies liegt u.a. an der stetig steigenden Komplexität von Informationssystemen bei zugleich kürzeren Produktlebenszyklen in der Informatik, der steigenden An-wendungsintensität in den verschiedensten Unternehmensbereichen und den zugleich merklich zuneh-menden Informationsverarbeitungskosten. Daher ist hier ein Lösungsweg gefragt, der es den IT-Managern erlaubt festzustellen, welche Bereiche Ihrer Leistungserbringung professionell, effektiv und effizient durchgeführt werden und welche Leistungsbereiche sich nach einer Überprüfung vielleicht zur Verlage-rung an Zulieferanten eignen. Technische Methoden der systematischen Vorgehensweise zur Bestimmung der optimalen Eigenleistungstiefe dienen somit insgesamt der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Gesamtunternehmens, da damit eine bisher vorwiegend ganzheitliche und durch eine hohe Leistungstiefe geprägte Leistungserstellung, hin zu einer auf die Kernprozesse orientierten und auf flach organisierte, arbeitsteilige Strukturen basierende Leistungserstellung migriert werden kann. Im Rahmen der Dissertation werden vorliegende empirische Studien und Forschungsarbeiten zum Stand der Informations- und Kommunikationstechnik in Krankenhäusern und zur Auslagerung der Informati-onsverarbeitung ausgewertet, Methoden der Leistungstiefenflexibilisierung erarbeitet und eine eigene, noch nicht veröffentlichte Untersuchung zu diesem Kontext im Unfallkrankenhaus Berlin ausgewertet. Die Wahl fiel auf den Krankenhausbereich, da es sich hier um einen Dienstleistungsbereich handelt, der einer-seits durch ein hohes Kostenbewußtsein geprägt ist, andererseits auf die umfangreiche und professionelle Bereitstellung von Daten und Informationen angewiesen ist. Ferner weist die Informationstechnologie in Krankenhäusern einen hohen Grad an ingenieurmäßigen Ansprüchen auf und wird im Zuge der Kosten-einsparung und fortschreitenden Privatisierung in Zukunft eine wettbewerbsentscheidende Rolle spielen. Um eine geeignete Methode zur Überprüfung der optimalen Eigenleistungstiefe zu entwickeln, liegt ein Grundgedanke dieser Arbeit darin, dass aus den unterschiedlichen Erfahrungen und Lösungsansätzen zur Reduzierung der Fertigungstiefe aus der Fertigungsindustrie geeignete Methoden auf ihre Übertragbar-keit in den Krankenhausbereich dahingehend überprüft werden, ob sie bei der Bestimmung der unter-nehmensinternen Informationsverarbeitung angewendet werden können. Im Rahmen der Arbeit wird dargestellt, dass die Bereitstellung von Information in Dienstleistungsunternehmen, speziell Krankenhäu-sern und in dieser Arbeit insbesondere am Beispiel des Unfallkrankenhauses Berlin, ähnlichen Prozeßstruk-turen wie die der Produktionsunternehmen unterliegt. Dadurch konnte die These weitestgehend bestätigt werden, dass Erfahrungen und Konzepte zur Reduzierung der Fertigungstiefe aus der Fertigungsindustrie für die Strukturierung und Leistungstiefenflexibilisierung der Informationsverarbeitung in Krankenhäu-sern genutzt werden können. Die gewonnen Erkenntnisse bilden unter Berücksichtigung ergänzender Betrachtungen von Auslage-rungsvorhaben der Informationsverarbeitung unterschiedlicher Branchen die Grundlage für die Metho-dengenerierung im Rahmen dieser Arbeit. Der Betrachtungsschwerpunkt bei der exemplarischen Anwen-dung der Methodik lag hierbei in der Bestimmung des Auslagerungspotentials ausgewählter und klar de-finierter Informationsverarbeitungsteilprozesse bzw. Anwendungscluster zwecks Flexibilisierung der In-formatikleistungstiefe. Die Anwendbarkeit wurde am Beispiel des Unfallkrankenhauses Berlin geprüft.