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Package-Features für die Kommunikation in den frühen Phasen der Automobilentwicklung

Gessner, Karsten

Die veränderte Wettbewerbssituation in der Automobilindustrie ist gekennzeichnet von einer verteilten Arbeitsumgebung bei Entwicklungsprojekten als Regelfall und dem Zwang zur stetigen Verkürzung der Produktentwicklungszeiten. Ziel der Arbeit ist vor diesem Hintergrund die qualitative Verbesserung der Entscheidungsbasis in den frühen Projektphasen durch die Einführung interagierender, globaler Teamarbeit über die produktdefinierenden Entwicklungsbereiche hinweg. Die Arbeit gliedert sich in die Bereiche Produktentstehungsprozeß, Erstellung einer Gestaltungsmethodik und Entwicklung eines Kooperationsmediums. Zunächst wird der Produktentstehungsprozeß analysiert und anhand des Simultaneous Engineering restrukturiert. Zur Verbesserung der Entscheidungsbasis wird der Ideenwettbewerb zwischen alternativen Produktkonzepten vom Designprozeß auf den Produktentstehungsprozeß übertragen. Interdisziplinäre Konzeptteams werden gebildet, in denen die produktdefinierenden Bereiche interagieren. Ausgehend von einer detaillierten Analyse der Prozesse Design- und Packageerstellung ergibt sich ein kooperativer, synchronisierter Prozeßablauf. Der Umgang mit unreifen Daten bei der Zusammenarbeit innerhalb der Prozeßkette wird durch ein Reifestufenkonzept erleichtert. Die Gestaltungsmethodik unterstützt die Planung von Entwicklungsprojekten mit global verteilten, interdisziplinären Konzeptteams. Sie gliedert sich in fünf Planungs- und zwei Kontrollschritte. Die Planung beginnt mit der Untersuchung der Projektziele (P1) und der Analyse des Verteilungsprofils (P2). Die Erstellung einer verteilten Ablauforganisation (P3) bedingt die Auswahl projektspezifischer Werkzeuge und Methoden (P4). Die Aufbauorganisation wird festgelegt und die Teammitglieder benannt (P5). Im Rahmen der Kontrollschritte werden zunächst die internen und externen Rahmenbedingungen des Projekts identifiziert und systematisiert (K1). Anschließend erfolgt die Erstellung einer Fehlermöglichkeits- und einflußanalyse (K2). Zur Sicherstellung der Kooperation innerhalb der Konzeptteams und zur Verbesserung der Kommunikation mit den Prozeßkettenpartnern wird ein Feature-basiertes Kooperationsmedium für die frühe Phase entwickelt. Basis ist das Package mit der Beschreibung der Fahrzeugtopologie. Durch Zuordnung individuell definierbarer Bandbreiten zu den Packagemaßen läßt sich ein Gestaltungsraum aufspannen, innerhalb dessen eine koordinierte Designfindung möglich ist. Für die systemtechnische Umsetzung des Gestaltungsraums lassen sich Package-Features definieren. Sie unterstützen auch das beschriebene Reifestufenkonzept. Der prototypische Funktionsnachweis erfolgt mit der Entwicklung eines Feature-Moduls, das in das CAS-System ALIAS integriert wurde.