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Kommunales Grünflächenmanagement in Nordrhein-Westfalen

der Erfolg kommunaler Organisationsstrukturen in der Grünflächenunterhaltung unter Berücksichtigung innerer und äußerer Einflüsse

Wilms, Tobias

Die heutigen inhaltlichen Aufgaben des kommunalen Grünflächenmanagements sind vielfältig und erfordern daher einen differenzierten Blick auf die anzuwendenden organisatorischen Rahmenbedingungen. Die Grünflächenpflege wird oft als freiwillige Leistung der Daseinsvorsorge eingestuft und finanziell nicht ausreichend berücksichtigt. Die Orientierung an betriebswirtschaftlichen Benchmarks schwächt zusätzlich den Stellenwert des öffentlichen Grüns und verkennt die vielfältigen Funktionen der Grünstrukturen. Grundlage der durchgeführten Forschung war die Analyse der verfügbaren Literatur. Neben den Besonderheiten der kommunalen Verwaltungsstrukturen, den managementbezogenen Themenbereichen der Steuerung von Unternehmen und Organisationseinheiten, den organisationsbezogenen Veröffentlichungen über verwendbare Rechtsformen der öffentlichen Hand und den qualitativen Inhalten des kommunalen Grünflächenmanagements wurden auch die Erkenntnisse über die Wirkung von Standortfaktoren in die Untersuchung einbezogen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Auseinandersetzung mit dem kommunalen Grünflächenmanagement innerhalb der Literatur auf die Untersuchung der originären Aufgaben der Grünflächenunterhaltung beschränkt. Hinsichtlich der Rechts- und Organisationsformenwahl betrachtet die Untersuchung den Regiebetrieb, die eigenbetriebsähnlichen Einrichtung und die AöR. Die deskriptiven Auswertungen zeigten, dass die Potenziale, die eigenbetriebsähnliche Einrichtungen bieten, einen positiven Einfluss auf die Ergebnisse der abhängigen Variablen des „betrieblichen Erfolgs“ haben. Gegenüber den Regiebetrieben und den AöR schnitten die eigenbetriebsähnlichen Einrichtungen deutlich besser ab. Keine Wirkung auf den „betrieblichen Erfolg“ konnten für die inneren und äußeren Einflüsse nachgewiesen werden. Die identifizierte signifikante Korrelation der Variablen „Betriebswirtschaft“ und des Gesamtergebnisses des „betrieblichen Erfolgs“ mit der Anzahl von Unternehmen des Grundstücks- und Wohnungswesens ist weniger die Wirkung des Parameters auf die Arbeit des „operativen Grünflächenmanagements“, als vielmehr eine Wirkung der fachgerechten Grünflächenunterhaltung. Sie führt im Ergebnis zu einer Aufwertung des öffentlichen Raumes, der Verbesserung des Images der Kommune und damit zur Stärkung der weichen Standortfaktoren. Signifikant sind zahlreiche Wechselwirkungen der Variablen des „betrieblichen Erfolgs“. Maßgeblich für eine erfolgreiche Entwicklung ist demnach die Variable „Steuerung und Kontrolle“, die mit drei weiteren Variablen korreliert und dabei eine hohe Effektstärke aufweist. Die Ergebnisse spiegeln die Besonderheiten der öffentlich-rechtlichen Organisationsformen ohne eigene Rechtspersönlichkeit wider. Dazu gehört auch, dass die Korrelationen mit der Variablen „Betriebswirtschaft“ am wenigsten ausgeprägt waren, weil die Organisationsform nicht privatwirtschaftlich handelt. Letztlich zeigen die Ergebnisse, dass die abhängigen Variablen nicht isoliert betrachtet werden dürfen, sondern im Zusammenspiel miteinander den „betrieblichen Erfolg“ des „operativen Grünflächenmanagements“ begründen Ein wesentliches Ergebnis der vorliegenden Arbeit ist die Entwicklung eines ganzheitlichen Bewertungssystems, um die Leistung der Organisation des kommunalen Grünflächenmanagements zu beurteilen. Dies ist erforderlich, weil sich im Rahmen der vorliegenden Arbeit das derzeitig praktizierte kennzahlengestützte NRW-Bewertungssystem der überörtlichen Prüfung für die Darstellung dieser Leistung als ungeeignet erwiesen hat. Zum einen weil die Qualität der erbrachten Leistung nicht abgebildet werden kann und zum anderen weil die Mehrheit der Kommunen nicht über die erforderliche Qualität der Datengrundlage verfügt. Einen Gegenentwurf zur überörtlichen Prüfung stellt das innerhalb dieser Arbeit entwickelte „ganzheitliche Bewertungsverfahren“ dar.
Today's tasks of municipal green space management are manifold and therefore require a differentiated view on the organisational framework conditions. The maintenance of green areas is often classified as a voluntary service of general interest and therefor isnt' sufficiently taken into account financially. The orientation towards economic benchmarks additionally weakens the significance of public green spaces and misjudges the diverse functions of green structures. The research was based on an analysis of the available literature. In addition to the special requirements of municipal administrative structures, management-related topics of controlling of companies and organisational units, the organisation-related publications on usable legal forms in the public sector and the qualitative contents of municipal green space management as well as the findings on the effects of location factors were included in the study. The results show that the examination of municipal green space management within the literature, is limited to the investigation of the original tasks of green space maintenance. With regard to the choice of organisational forms, the study examines the “Regiebetrieb”, the “eigenbetriebsähnliche Einrichtung” and the “Anstalt öffentlichen Rechts”. The descriptive evaluations showed that the potentials offered by the “eigenbetriebsähnliche Einrichtung” have a positive influence on the results of the dependent variables of company success. Compared to the “Regiebetriebe” and the “Anstalt öffentlichen Rechts“, the “eigenbetriebsähnliche Einrichtung“ performed significantly better. No effect on the company success could be proven for the internal and external influencing factors. The identified significant correlation of the variables “Betriebswirtschaft” and the overall result of the company success with the number of real estate and housing companies is less the effect of the parameter on the work of companies operating in municipal green space management, rather than an effect of professional green space maintenance. As a result, it leads to an upgrading of the public space, the improvement of the image of the municipality and thus to the strengthening of soft location factors. Numerous interactions of the variables of companies’ success are significant. Accordingly, the variable “Steuerung und Kontrolle”, which correlates with three other variables and has a high effect strength, is decisive for successful development. The results reflect the particularities of forms of public-law organisation without legal personality. This also includes the fact that the correlations with the variable “Betriebswirtschaft” were least pronounced because the form of organisation does not act like private companies. Ultimately, the results show that the dependent variables must not be viewed in isolation, but in interaction with each other justifying the company success of operative green space management. An essential result of the present work is the development of a holistic evaluation system to assess the performance of the municipal green space management organisation. This is necessary because, in the context of the present work, the currently practised NRW-assessment system based on indicators of the supra-local examination proved to be unsuitable for the presentation of company performance. On the one hand because the quality of the service provided cannot be mapped and on the other hand because the majority of municipalities do not have the required data basis quality. An alternative draft to the supra-local examination is the holistic evaluation procedure developed within this work.