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Generation Unverbindlich: Entscheidungsvorgänge in der Share Economy

Fallstudie des modernen Carsharing-Nutzers

Kurth, Daniel J.

With the development of the share economy car sharing / car clubs have become popular concepts. They enable users to rent a car instantly and for a short period of time. Hence, the necessity to own a car becomes obsolete. The aims of this work are (1) to describe a theoretical decision process model, covering the aspects of real observations, and (2) to determine the car sharing registration process under the impression of the new share economy user generation. The central result for (1) is a new structural decision process. The currently postulated strict differentiation between two separate decision awareness modes, i.e. aware versus unaware, is being replaced by gradual decision mode, covering partial-awareness. Further, the commonly neglected decision process control, controlling amongst others resources, targets, and mechanics, is being addressed by an integrated decision motive. The process itself is multilevel and differs individually in the covered decision period. Only a very limited number of elements, that are individually selected, is taken into account for the decision. They are dependent on the individual predecision system. The (2) result is, that the daily travel mode choice and the registration to car sharing are extrinsically motivated and considered required decisions. This implies that only little cognitive resources are involved in the decision. Contrary to the previously idealistic car sharing users, the new car sharing user generation is more pragmatic in its relation to a car. The new ones are rather ‘maybes’, trying to avoid the duties of car ownership. ‘Maybe’ replaced the ‘ideals’ in car sharing.
Mit der Share Economy wurde Carsharing, die Möglichkeit ein Auto kurzfristig und kurzzeitig selbstständig mieten zu können, salonfähig. Die Notwendigkeit, für die Autonutzung ein Auto zu besitzen, entfällt. Die Ziele der vorliegenden Arbeit sind (1) die Beschreibung eines theoretischen Modells des Entscheidungsvorgangs, das die Beobachtungen vollständig abbilden kann, und (2) die Untersuchung der Anmeldeentscheidung zum Carsharing unter dem Eindruck der Share Economy-Generation. Als zentrales Ergebnis zu (1) grenzt sich das entwickelte Entscheidungsmodell deutlich von bisherigen Ansätzen ab. Insbesondere werden strikte Trennungen von bewusstem ggü. unbewusstem Entscheiden aufgehoben (u. a. graduelle, teilbewusste Entscheidungen). Die kaum adressierte Steuerung der eingesetzten Ressourcen, Ziele und Mechaniken der Entscheidung wird in diesem Modell über das Entscheidungsmotiv integriert. Der Vorgang ist mehrstufig und der Grad der Beschäftigung (Intensität und Kognition / Emotion) variiert individuell über den Entscheidungszeitraum. Es werden nur wenige Elemente berücksichtigt, die mit einem individuellen Entscheidungssystem zusammenhängen. Als Ergebnis zu (2) kann festgehalten werden, dass die alltägliche Angebotswahl und die Anmeldung zum Carsharing extrinsisch motivierte und notwendige Entscheidungen sind. Dies bewirkt, dass wenige bewusst-kognitive Ressourcen in die Entscheidungen einfließen. Im Gegensatz zu früheren Anmeldungen, die eher idealistisch geprägt waren, wird bei modernen Carsharing-Nutzern ein pragmatisches Verhältnis zum Automobil festgestellt. Die neuen Anmelder suchen eine unverbindliche Automobilität ohne die mit dem Autobesitz verbundenen Pflichten (Wartung u. ä.). Unverbindlichkeit hat den Idealismus im Autoteilen abgelöst.