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Italiener in Deutschland und Deutsche in Italien: Ihre Gesten im interkulturellen Vergleich

Marcantonio, Daniela

Das Thema der vorliegenden Arbeit sind Embleme im interkulturellen Spannungsfeld. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Gesten und dem individuellen Umgang mit ihnen im interkulturellen Bereich. Ausgangspunkt der Untersuchung ist, dass Gesten häufig als ein Kulturphänomen einem Sprachumfeld zugeordnet werden. Damit stellt sich die Frage, ob die Gestik, bei einem Kulturwechsel neu erlernt wird, lediglich transferiert wird oder ob aus unterschiedlichen Gesten im interkulturellen Bereich neue Gesten entstehen. Diese Frage wird in dieser Arbeit systematisch zuerst auf Grundlage theoretischer Überlegungen diskutiert; weiter wird die Variabilität von Gesten im interkulturellen Spannungsfeld anhand einer umfangreichen empirischen Untersuchung im Übergangsfeld der deutschen und der italienischen Kultur untersucht. Auf Grundlage der durch diese Untersuchungen gewonnenen Resultate wird die zentrale These dieser Arbeit formuliert und begründet, die besagt, dass Gesten zwar in einer Kultur zusammen mit der Sprache erlernt werden, aber nicht ausschließlich Bestandteil dieser Kultur sind. Die Übertragung von Gesten ist möglich und findet im interkulturellen Bereich auch statt. Die vorliegende Untersuchung zeichnet sich dadurch aus, dass die Adaption von Gestik im interkulturellen Bereich anhand von Menschen, die ihre ursprüngliche Kultur verlassen haben und sich in einer für sie neuen Kultur aufhalten, untersucht wird. Sowohl die empirische Untersuchung in diesem interkulturellen Bereich als auch die vorgestellte theoretische Ausarbeitung sind deshalb vom Ansatz und der Umsetzung her neuartig.
Gesture has always fascinated students of communication sciences in all its multifaceted complexities. This interest has generated much scolarly effort, both descriptive and normative. David Efron (1941; 1972) was the first one who suggested the need to distinguish different classes of body movements. One such class of body movements which he termed ‘emblems’, their usage, their interpretation, and their adaptation between different cultures are the subject of this thesis. In contrast to standard approaches, which analyze the ways in which gesture is organized in relation to speech, this thesis explore how emblems change between different cultures. This idea is elaborated in a systematic way within this thesis. Starting from a theoretical discussion of the considered objects, the variability of gestures between different cultures is investigated by means of an extensive empirical study; this empirical study has been carried out in Italy and in Germany, exploring the gestures of Italians living in Germany and Germans living in Italy. On the basis of the theoretical considerations and the empirical study, the main result of this work is developed, stating that gestures may be acquired in a particular culture (together with the corresponding language), but that their usage is not restricted to that culture. As a consequence, the transfer of gestures between different cultures is possible and, as the empirical study shows, even takes place. The results presented in this thesis are novel with respect to the intercultural focus of the empirical study and the theoretical considerations.