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Zur Refertilisierung bei Frauen

Der Kinderwunsch nach Sterilisation

Wunderlich, Antje

Forum Komparative Kasuistik

Die vorliegende Arbeit untersucht die Motivation von Frauen zur Refertilisierung. Der Schwerpunkt liegt dabei zum einen auf der Analyse der Verarbeitung der Sterilisation. Zum andern wird die Bedeutung der Partnerschaft hinsichtlich ihres Einflusses auf die Entscheidung zur Refertilisierung beleuchtet. Bisher existieren hierzu nur wenige empirische Untersuchungen. In der vorliegenden qualitativ explorativen Untersuchung wurde eine vergleichende Einzelfallanalyse durchgeführt. Die Untersuchungsgruppe bestand aus vier refertilisierten Frauen, die Vergleichsgruppe setzte sich aus drei sterilisierten Frauen zusammen. Als Erhebungsmethode wurde ein leitfadengestütztes Interview gewählt. Die wichtigsten Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen: Die aus der Literatur und aus Befunden anderer Untersuchungen bekannten Prognosefaktoren, die eine günstige oder ungünstige Verarbeitung der Sterilisation erwarten lassen, konnten weitgehend bestätigt werden. Sie bieten allerdings keine hinreichende Erklärung für die umfassende Motivlage zur Refertilisierung. Insgesamt erwies sich die Verarbeitung als ein sehr differenzierter Prozeß. So war die Motivation zur Refertilisierung eng verknüpft mit der Bedeutung der Partnerschaft und der Bedeutung potentieller Fertilität. Es wird die Schlußfolgerung gezogen, daß allgemein gültige Leitlinien zu entwickeln sind, die die Grundlage für eine individuelle Beratung vor der Sterilisation bilden sollten. In der Beratung sollte auf die psychologische Situation der Frau und des Paares eingegangen werden, insbesondere im Hinblick auf die Motivation zu dieser Entscheidung. Online-Version im Universitätsverlag der TU Berlin (www.univerlag.tu-berlin.de) erschienen.
Published by Universitätsverlag der TU Berlin, ISBN 978-3-7983-2154-0 ISSN 1868-9574