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Professionelle Wohnungsunternehmen und soziales Engagement - Duett oder Dissonanz?

Das Beispiel Berlin

Enbergs, Claus; Besecke, Anja

ISR Impulse Online (bis Bd. 50: ISR Graue Reihe)

Er verändert sich, der deutschen Wohnungsmarkt! Der bislang stark durch den öffentlichen Sektor geprägte Markt macht derzeit durch große Transaktionen an ausländische Finanzinvestoren, zumeist Private-Equity-Fonds, Schlagzeilen. Am Berliner Markt wurden in den letzen Jahren rund 30 Prozent der öffentlichen Wohnungsbestände verkauft. Eine Vielzahl an Wohnungen ging dabei en bloc an internationale Finanzinvestoren, die hierzulande als „Heuschrecken“ bekannt wurden. Durch die Transaktionen hat sich die Anbieterstruktur am Berliner Wohnungsmarkt in den letzten zehn Jahren erheblich verändert. Diese Veränderungen werfen die Frage auf, ob und welche Umgestaltungen sich auf den deutschen Wohnungsmärkten mit dem Eintritt der neuen Investoren vollziehen. Bisher waren die öffentlichen und kommunalen Wohnungsbauunternehmen Ausdruck und Baustein der sozialstaatlichen Wohnungspolitik, die zum Ziel hat, jeden Bürger mit angemessenem Wohnraum zu versorgen. Daneben stehen diese Unternehmen in dem Ruf ein wichtiges Instrument der Stadt(entwicklungs)politik zu sein. Neben der Bereitstellung von Wohnraum für diskriminierungsgefährdete Gruppen am Wohnungsmarkt, gelten sie u. a. als Garant für sozial durchmischte und stabile Quartiere, mithin als die letzte Bastion des Sozialstaats. Konkret wurde deshalb in dieser Untersuchung der Frage nachgegangen, welche Formen des sozialen Engagements die kommunalen und die an Private-Equity-Fonds verkauften Unternehmen sowie die Wohnungsbaugenossenschaften ihren Bewohnern, den Quartieren und der Stadt offerieren. Untersucht wird diese Fragestellung mittels eines Vergleichs des sozialen Engagements privatisierter Berliner Unternehmen (GSW und Gehag), kommunaler Wohnungsanbieter (Stadt und Land und DeGeWo/WBG Marzahn) und Wohnungsgenossenschaften (bbg eg und GWG Marzahner Tor). Hauptaugenmerk legt die Studie dabei auf die probelm-, zielgruppen-, und quartiersbezogenen Dimensionen des sozialen Engagements.
Things are constantly changing on the housing markets in Germany. So far it has been a market with a strong public housing sector with its social housing politics. In the last few years, however, many flats have been bought by international investors, mostly private-equity-fonds. On the Berlin housing market 30 percent of all houses in public property were sold, most of them en bloc to these international investors. This shows that the combination of flat providers has changed remarkably. The rise of new investors on German housing markets leads to the question, what transfigurations have and will continue to occur. Will these new investors act like public owners using their own social housing politics? Will they be strong partners for urban development? And will they consider residents with varied social backgrounds for stable housing areas? This work compares forms of social engagement of public housing owners with international investors and with residential building co-operatives.
Published by Universitätsverlag der TU Berlin, ISBN 978-3-7983-2080-2 ISSN 1864-8037