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Institutionenökonomische Analysen zur Bereitstellung und Finanzierung der Schweizer Verkehrsinfrastrukturen

Becker, Tim

Gegenstand der Untersuchungen in dieser Arbeit sind die Bereitstellung und Finanzierung der Schweizer Verkehrsinfrastrukturen, wobei in einem ersten Teil auf die Fernstraßen und in einem zweiten Teil auf die Eisenbahninfrastrukturen fokussiert wird. Ergänzend wird im ersten Teil der Arbeit auch auf die Verwaltungsorganisation bei den schweizerischen Fernstraßen eingegangen. Betrachtet werden in diesem Kontext die in der Vergangenheit und im Status quo in der Schweiz auf Bundesebene implementierten institutionellen Lösungen für die Bereitstellung und Finanzierung, also Regeln bzw. Regelsysteme zur Vorbereitung und Fällung von Bereitstellungs- und damit einhergehenden Finanzierungsentscheidungen. Im Fokus stehen dabei deren zentrale Ausgestaltungsfragen bzw. -bereiche, wie z. B. das vorliegende Ausmaß an Überjährigkeiten bei der Finanzmittelbereitstellung, der Umfang von Vorstrukturierungen hinsichtlich Ausgabenentscheidungen und bezüglich der Einnahmeerhebung oder das Ausmaß der Verschuldungsfähigkeit. Im Rahmen einer positiven Analyse auf Basis der Neuen Institutionenökonomik – und dabei insbesondere der Transaktionskostentheorie und der Prinzipal-Agent-Theorie sowie deren Anwendung auf den öffentlichen Sektor – werden Erfolgsfaktoren und Kritikpunkte der institutionellen Ausgestaltung der Bereitstellung und Finanzierung der schweizerischen Verkehrsinfrastrukturen herausgearbeitet. Analyse- und Bewertungsparameter sind hierbei die bei der Vorbereitung und Fällung von Bereitstellungs- und Finanzierungsentscheidungen anfallenden Transformations- und Transaktionskosten sowie außerdem auch die Kosten der Leistungserstellung bzw. Produktion. Als zentrales Ergebnis der Arbeit ist festzuhalten, dass die Bereitstellung und Finanzierung der betrachteten Verkehrsinfrastrukturen der Schweiz im Rahmen haushaltsnaher institutioneller Lösungen als effektiv und effizient anzusehen ist. Aus den Erkenntnissen dieser Arbeit ist somit abzuleiten, dass die Schweiz nicht ganz zu Unrecht in der wissenschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Debatte häufig als prominentes Positivbeispiel für die Bereitstellung und Finanzierung von Verkehrsinfrastrukturen genannt wird. Ferner kann aus theoretischer Perspektive als ein weiteres Ergebnis der Arbeit konstatiert werden, dass sich die Nutzung der Neuen Institutionenökonomik und deren Anwendung auf Fragestellungen im öffentlichen Sektor bei den in dieser Arbeit durchgeführten positiven Analysen zur Bereitstellung und Finanzierung von Verkehrsinfrastrukturen bewährt hat.
The subject of the analyses in this thesis is the provision and financing of Swiss transport infrastructures, whereby the first part focuses on trunk roads and the second part on railway infrastructures. In addition, the first part of the thesis also deals with the administrative organisation of Swiss trunk roads. In this context, institutional solutions for provision and financing in Switzerland at the federal level implemented in the past and in the status quo, i. e. rules or regulatory systems for preparing and making provision and associated financing decisions, will be examined. The focus here is on their central design issues or areas, such as the existing extent of provision of financial resources for more than one year, the extent of pre-structuring with regard to expenditure decisions and revenue collection or the extent of capacity to incur debt. Within the framework of a positive analysis based on New Institutional Economics – and in particular transaction cost theory and principal-agent theory as well as their application to the public sector –factors of success and points of criticism of the institutional design of the provision and financing of Swiss transport infrastructures are elaborated. Parameters for analysis and evaluation are the transformation and transaction costs incurred in the preparation and making of provision decisions, as well as the costs of service production. The central result of the thesis is that the provision and financing of the analysed transport infrastructures in Switzerland by institutional solutions close to the general budget process can be regarded as effective and efficient. It can thus be deduced from the findings of this thesis that Switzerland is not without good reason often cited as a prominent positive example for the provision and financing of transport infrastructures in the scientific, political and social debate. Moreover, it can be stated from a theoretical perspective as a further result of this thesis that the use of New Institutional Economics and its application to issues in the public sector has proven itself in the positive analyses conducted in this thesis concerning the provision and financing of transport infrastructures.