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Die Zukunft des Pendelns - Elektronischer Anhang

Horn-Effenberger, Jannik

In Deutschland ist über die letzten Jahre ein stetiger Anstieg der Pendeldistanzen sowie der Zahl der Pendelnden zu beobachten. Damit stellt der Pendelverkehr unter dem Gesichtspunkt einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung eine besonders große Herausforderung dar. Gleichzeitig ist der Pendelverkehr geprägt durch ein komplexes Einflussfeld. Damit lässt sich der Pendelverkehr als typischer Untersuchungsgegenstand der Integrierten Verkehrsplanung verstehen. Ebenso geeignet für die Betrachtung des Pendelverkehrs ist die Zukunftsforschung, welche als Methodenwissenschaft versucht, auf Grundlage einer umfassenden und ganzheitlichen Analyse von Vergangenheit und Gegenwart, mögliche Zukünfte für eine praxisrelevante Fragestellung abzuleiten. Beide Ansätze besitzen Gemeinsamkeiten, welche den Mehrwert einer festen Integration der Zukunftsforschung als methodischen Baustein der Integrierten Verkehrsplanung unterstreichen. Um diesen Mehrwert herauszuarbeiten und daraus Rückschlüsse für die Gestaltung des Pendelverkehrs abzuleiten, wurde im Rahmen der Arbeit eine Szenarioanalyse als Methode der Zukunftsforschung am Beispiel des Pendelverkehrs durchgeführt. Aus Sicht der Integrierten Verkehrsplanung lässt sich im Ergebnis für die Gestaltung des Pendelverkehrs ableiten, dass der Pendelverkehr mit einer Vielzahl an gesellschaftlichen Zielstellungen verknüpft ist und dabei einer Reihe von Zielkonflikten unterliegt. Hierzu zählen grundsätzliche Fragestellungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens wie die Fragen nach Rollenbildern und Erziehung, Vorstellungen zum Wohnen, der Arbeitskultur, der Wichtigkeit von Karriere, Wohlstand, Arbeitsweisen, der Bedeutung der Familie oder aber auch, wie wichtig dabei der Erhalt natürlicher Ressourcen ist. Verkehrsplanung und -politik müssen daher als Gesellschaftsplanung und -politik verstanden werden, welche nicht getrieben durch andere Gesellschaftsbereiche planen, sondern aktiv unter Berücksichtigung aller Bereiche die genannten Fragen aushandeln. Dies bedeutet für einen erfolgreichen Planungsprozess, Konflikte und Diskrepanzen sichtbar zu machen, zu benennen, Entscheidungen zu treffen und unter Umständen in Kauf zu nehmen, dass einzelne Ziele nicht im gewünschten Maße realisiert werden können. Wie ein solcher Prozess ausgestaltet werden kann, konnte mit Blick auf die durchgeführte explorativ-normative Szenarioanalyse zum Pendelverkehr gezeigt werden. Dabei zu beachten ist jedoch der mit der Szenarioanalyse einhergehende Ressourcenaufwand sowie das dieser zugrundeliegende Zukunftsverständnis. der hier angefügte Anhang ist Teil der veröffentlichten Dissertation: Jannik Horn-Effenberger: Die Zukunft des Pendelns. Eine Szenarioanalyse zu den Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung im Kontext einer Integrierten Verkehrsplanung ISBN 978-3-643-25107-7