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Wissenschaft zwischen Lebensform und Karrierejob

Rogge, Jan-Christoph

Die These, die in der Dissertation entfaltet wird, lautet, dass mit dem wissenschaftlichen Beruf heute widersprüchliche Karriereanforderungen verbunden sind: Die traditionellen Sozial- und Organisationsideen der Wissenschaft sind noch immer wirkmächtig. Die Wissenschaft soll nach wie vor Lebensform und Berufung sein. Zugleich ist die Wissenschaft aber von einem Transformationsprozess erfasst, der den wissenschaftlichen Arbeitsmarkt zu einem „Winner-take-all“-Markt und die Wissenschaft zu einem Karrierejobs mutieren lässt. Unter diesen neuen Umständen sind die einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zunehmend aufgefordert, sich als unternehmerisches Selbst zu verhalten, dessen oberstes Ziel die Mehrung des eigenen Humankapitals ist. Um die Spannungen zwischen diesen widersprüchlichen Anforderungen überbrücken zu können, braucht es sowohl im beruflichen wie auch im privaten Bereich starke Unterstützungsstrukturen.
The academic profession today is characterized by contradictory career demands. That is the argument that this dissertation develops. The traditional ideas of the academy as a form of life and a calling are still powerful. At the same time, the academic labor market in Germany is becoming a “winner-take-all“-market and the academic profession is transformed to a career job. Under these new conditions, academics are called to act as entrepreneurial selves whose primary objective is to increase their human capital. If the individual academics are able to ease the tensions between these contradictory demands, depends on their embeddedness in social structures, especially the personal support provided by their partners and professional mentors.