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Steuerung innovationsorientierter Public Private Partnerships

Gestaltungsempfehlungen am Beispiel der Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen und Betreibern kritischer Infrastrukturen in der zivilen Sicherheitsforschung

Schminder, Christian

Im Rahmen der öffentlichen Innovationspolitik stellen Public Private Partnerships (PPP) einen etablierten Ansatz dar, um in Form einzelner Kooperationsprojekte Technologietransfer zu unterstützen. Einhergehend mit dem traditionellen Anwendungsverständnis von PPP mangelt es solchen Kooperationen zunehmend an der Fähigkeit zur Umsetzung angestrebter Innovationsziele. Gründe unzureichender Leistungsfähigkeit sind unter anderem auf die Ausweitung der Privatisierung und eine damit einhergehende neuartige Rollenverteilung zwischen öffentlichen und privatwirtschaftlichen Kooperationspartnern zur Steuerung von Innovationen zurückzuführen. Vor allem in öffentlich assoziierten Wirtschaftsbereichen, wie der Wasserversorgung oder dem Energie- oder Telekommunikationssektor, erfordert die Anwendung von PPP für das Management von Innovationen neuartige Formen der Zusammenarbeit. Heutzutage werden große Teile dieser kritischen Infrastrukturen von der Privatwirtschaft betrieben. Entsprechende Akteure sind jedoch vielfach unzureichend in der Lage ihre langfristigen Innovationsbedarfe zu artikulieren. Gleichzeitig sind staatliche Stellen vielfach nur ungenügend in der Lage regulatorische Rahmenbedingungen für Innovationen zu etablieren und industrielle Innovationsprozesse zielführend zu begleiten. Anschaulich lässt sich diese Problematik am Beispiel von Sicherheitsinnovationen für kritische Infrastrukturen nachvollziehen. Bedrohungen wie sich schnell wandelnde Szenarien von Cybersecurity oder neuartige Formen des Terrorismus erfordern projektunabhängige und strukturierte Kooperationsvorgehen zwischen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, Betreibern kritischer Infrastrukturen und Technologielieferanten. Die vorliegende Arbeit diskutiert Ansatzpunkte, um das PPP-Modell als ein Konzept zur ganzheitlichen Steuerung von Innovationen weiterzuentwickeln und formuliert anhand des beispielhaften Anwendungsfelds der zivilen Sicherheitsforschung Handlungsempfehlungen zur Kooperationssteuerung.
Within public innovation policies Public Private Partnerships (PPP) are an established project-based approach to support technology transfer. Following the traditional understanding of PPP such cooperations increasingly lack in delivering aspired innovation output. Reasons of insufficient performance can be ascribed to the extension of privatization and an according shift of role models between public and privat stakeholders to steer innovation. Especially in areas of publicly associated tasks, like supply of water, energy or data, the use of PPP for managing innovation requires novel forms of cooperation. Nowadays major parts of these critical infrastructures are operated by the private sector but according actors oftentimes are not able to articulate innovation requirements in structured manners. Meanwhile public institutions are lacking in effectively establishing regulatory frameworks for innovation as well as accompanying innovation processes of the industry. Vividly this issue can be observed on the example of security innovation in critical infrastructures. Threats such as fast changing cyber security scenarios or shifting variations of terrorism are demanding for structured cooperation approaches between public security institutions, operators of critical infrastructures and technology suppliers.