Zur symbolischen und politischen Funktion des Drogenkonsums

dc.contributor.advisorKappeler, Manfreden
dc.contributor.authorSeubert, Walteren
dc.contributor.grantorTechnische Universität Berlin, Fakultät I - Geisteswissenschaftenen
dc.date.accepted2005-02-18
dc.date.accessioned2015-11-20T16:21:43Z
dc.date.available2005-06-28T12:00:00Z
dc.date.issued2005-06-28
dc.date.submitted2005-06-28
dc.description.abstractIm Zentrum der kritischen Auseinandersetzung stehen die Urteile der Fachöffentlichkeit und deren überwiegend abwertende Menschenbilder von Drogenkonsumenten. Es wird aufgezeigt, dass illegalisierter Drogenkonsum zu einem Phänomen verklärt wird, weil er in seinem Wesen nicht akzeptiert und nicht verstanden werden will. Nach dem Motto: Was nicht sein darf, kann kein Bürger wirklich wollen. Dargestellt wird, dass die Illegalisierung maßgeblich für das verbreitete Unverständnis und für die negativen Folgen von Drogenkonsum verantwortlich ist. Der Gesetzgeber hat mit seiner Definitionsmacht über die Metapher Volksgesundheit einen Interventionsauftrag im Sinne einer gesundheitlichen Sorge und der Gefahrenabwendung im BtMG festgeschrieben, was die Schadenszuführung impliziert. Vorurteilslos betrachtet ist Drogenkonsum eine nachvollziehbare Handlung, die aus einer subjektiv positiven Motivation heraus geschieht, in der Hoffnung ohne großen Aufwand eine gewünschte Gefühlsstimmung zu erzielen. Häufig herbeigeführte Räusche können jedoch zu unerwünschten Resultaten führen. Grundsätzlich sind illegalisierte Räusche nicht besser oder schlechter als legale. Es wird der Beweis erbracht, dass die vermeintliche Macht der Drogen hochstilisiert wird und die weitverbreitete Behauptung über den Willensverlust tatsächlich nur eine Annahme und nicht Realität ist. Die vorhandenen Ausnahmefälle werden dramatisierend verallgemeinert. Dass bestimmte Gefahren aus gesellschaftspolitischer Sicht als gering oder im Fall von illegalisiertem Drogenkonsum als besonders groß eingestuft werden, ergibt sich aus der Prämisse des Reichtumswachstums: Gefahren, die nicht der Prosperität dienen sind unerwünscht, andere hingegen erfahren größere Toleranz. Missbilligt wird Drogenkonsum als Freizeitverhalten , weil kein wirtschaftlicher, politischer und sozialer Nutzen konformer Art gesehen wird. Zugleich wird vermutet, dass der Prosperität immenser Schaden entsteht. Zwar handelt es sich bei dem produzierten Drogenproblem nicht um einen so genannten Stellvertreterkrieg; aber Drogenkonsumenten sind Sündenböcke, insofern spezifisch negative Eigenschaften mit ihnen in Verbindung gebracht werden, unabhängig davon, ob die Etikettierungen zutreffen oder nicht. Demzufolge wird der Drogenkonsument als nützlicher Feind benutzt, um an ihm bestimmte gesellschaftsbedrohende Wertmaßstäbe (Leistung, Arbeitsethos, Ordnungskriterien etc.) zu definieren. Jede geisteswissenschaftliche Richtung hält fachspezifische Kausalmodelle vor, welche die vermeintliche Fremdbestimmtheit des Handelns von Drogenkonsumenten über Defizit- und Kompensationsmodelle erklären sollen. Die entsprechende Suchttheorien behaupten die wirkenden Determinanten erkannt zu haben, tatsächlich aber wird von der Erscheinungsebene auf Kausalitäten geschlossen und die willentliche Entscheidung bestritten. Nachgewiesen wird, dass der Rechtspositivismus zu diesen Fehlurteilen wesentlich beiträgt. So bedient die Erziehungswissenschaft mit ihrer Theorie der primären Prävention die politische Vision der Eindämmbarkeit von jugendlichen Drogenkonsum.de
dc.identifier.uriurn:nbn:de:kobv:83-opus-10206
dc.identifier.urihttps://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/1421
dc.identifier.urihttp://dx.doi.org/10.14279/depositonce-1124
dc.languageGermanen
dc.language.isodeen
dc.rights.urihttp://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/en
dc.subject.ddc370 Bildung und Erziehungen
dc.subject.otherDrogenkonsumde
dc.subject.otherDrogenproblemde
dc.subject.otherFixerde
dc.subject.otherPräventionde
dc.subject.otherRisikoverhaltende
dc.subject.otherSündenböckede
dc.subject.otherVolksgesundheitde
dc.titleZur symbolischen und politischen Funktion des Drogenkonsumsde
dc.typeDoctoral Thesisen
dc.type.versionpublishedVersionen
tub.accessrights.dnbfree*
tub.affiliationFak. 1 Geistes- und Bildungswissenschaftende
tub.affiliation.facultyFak. 1 Geistes- und Bildungswissenschaftende
tub.identifier.opus31020
tub.identifier.opus41031
tub.publisher.universityorinstitutionTechnische Universität Berlinen

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