BerlinUP

Berlin Universities Publishing is the joint open access publishing house of Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin, and Charité – Universitätsmedizin Berlin. The publishing program covers the entire spectrum of research conducted at the four institutions. Research disciplines with target groups in politics or urban society are also covered. BerlinUP thus offers researchers, visiting researchers, and employees of the four institutions, as well as collaborators in transregional cooperations, the opportunity to publish their work open access in non-commercial, scholar-led infrastructures.

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  • Capoeira üben als bildende Erfahrung – Vorläufige Ergebnisse aus der pädagogisch-phänomenologischen Erforschung einer afro-brasilianischen Kampfkunst

    In diesem Beitrag sollen ausgewählte Ergebnisse einer phänomenologischen und videographischen Untersuchung bildungsrelevanter Erfahrungen beim Üben von Bewegungsfiguren in einem Capoeira-Kurs dargestellt werden. Capoeira ist eine afro-brasilianische Kampfkunst, die mindestens seit 1947 intensiv erforscht wird. Forschungen auf dem Gebiet der Soziologie und der Kulturwissenschaften haben Capoeira als eine Praxis betrachtet, die das Verhältnis der Praktizierenden zu sich selbst und zu anderen Menschen verändert. Mit der Erforschung von Übungsprozessen in einem Capoeira-Kurs soll das Desiderat adressiert werden, das Bildungspotenzial von sich wiederholenden und leiblichen Prozessen zu untersuchen, die in den zeitgenössischen Bildungstheorien bisher wenig Beachtung finden. Anhand eines Videobeispiels soll gezeigt werden, wie die subjektiven, sozialen und ästhetischen Dimensionen der Übungssituation in einem Capoeira-Kurs für die videographische Erforschung bildender Erfahrungen zugänglich gemacht werden können. Anhand der Videodaten wird argumentiert, dass ein Fokus auf die (sichtbaren, hörbaren und spürbaren) Phänomene der Synchronisation und Asynchronie nicht nur geeignet ist, die ästhetischen und sozialen Dimensionen der Capoeira-Situation zu erfassen und zusammenzuführen, sondern auch Momente der Irritation auf Seiten der Teilnehmenden zu identifizieren ermöglicht. Die leiblichen und zwischenleiblichen Antworten der Teilnehmenden auf diese Irritationen können im Sinne zeitgenössischer Erfahrungs-, Bildungs- und Übungstheorien als bildungsrelevante Erfahrungen des Nicht-Könnens betrachtet werden. Doch im Gegensatz zu den herkömmlichen zeitgenössischen Bildungstheorien unterbrechen diese Erfahrungen des Nicht-Könnens den Übungsprozess nicht, sondern sind Teil davon. Auf diese Weise trägt der Beitrag zu einem erweiterten Verständnis der Besonderheiten von Bildungsprozessen in Übungssituationen bei, wie sie in Capoeira-Kursen vorkommen.
  • Sorgearbeit in heterosexuellen Paarbeziehungen? Suchbewegungen abseits gängiger Annahmen

    Im folgenden Beitrag wird geschlechtliche Ungleichheit in den Care-Arrangements heterosexuell definierter Paarbeziehungen thematisiert. Paare werden – trotz des größer werdenden Diskurses um Geschlechterungleichheit einer- und Sorgearbeit andererseits – häufig (noch) aus sozialwissenschaftlicher Forschung ausgeblendet. In beiden Diskursen dominiert die Betrachtung der „klassischen“ Verteilung von Re-/Produktionsarbeit; Selbst- und Fürsorgeleistungen der Partner*innen unter- und füreinander verbleiben zumeist unbeachtet. Aus einer in deutschsprachigen Untersuchungen dominierenden sozialkonstruktivistischen Perspektive wird über die Verknüpfung von doing couple, doing care & doing gender herausgearbeitet, dass eine ungleiche Verteilung und Ausgestaltung von Care-Arbeit angenommen werden kann. Dennoch bleibt, über einen ungleichheitsbezogenen empirischen Forschungsstand hinaus, die Frage nach konkreten Wirkmechanismen im Paaralltag und ihrem theoretischen Hintergrund offen. Dieser Lücke wird sich mit fünf Autorinnen – Anna G. Jónasdóttir, Carin Holmberg, Lena Gunnarsson, Carol Gilligan & Lyn M. Brown – genähert. Ihre Erkenntnisse werden auf die Sorgearbeit in Paarbeziehungen verdichtet, zusammen- sowie weitergedacht. Dabei wird deutlich, wie die Paardynamik innerhalb heterosexueller Paarbeziehungen Ungleichheit schaffen und zugleich unsichtbar machen kann. Nicht nur wird in der Folge eine hauptsächliche Verantwortung der Partnerinnen für die Sorgearbeit angenommen; auch kann Sorgearbeit, als häufig nicht ersichtlich und der bewussten Reflexion entzogen, nur schwerlich verhandelt werden. Eine Erweiterung des derzeitigen Forschungsstands um psychoanalytische Theorien und Überlegungen zum Unbewussten wird anknüpfend angestellt, um die Black Box der „Sorgearbeit in Paarbeziehungen“ über den Tellerrand gängiger Annahmen zu öffnen.
  • „Love yourself this Valentine’s Day“ – Sexuelle Bildung und geschlechtliche Subjektivierung in der digitalen Arena des Wissens von Instagram

    Durch eine vermehrte Nutzung von Social Media Apps wandeln sich die Bildungsprozesse von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Der Wandel betrifft nicht allein die Bildungsprozesse selbst, sondern verändert auch das diesem zugrunde liegende Wissen. In unserem Beitrag diskutieren wir anhand einer ersten Felderkundung und qualitativen Analysen von Beiträgen auf Instagram zu sexueller Bildung und geschlechtlicher Subjektivierung die Frage, welche Formen der Wissensnutzung, -veränderung und -präsentation sich in ihnen finden und wie diese Bildungsprozesse beeinflussen.
  • Kontextbezogene Überzeugungen von Grundschullehramtsstudierenden zur späteren Tätigkeit an der Schule – Beschreibung latenter Profile durch Eingangsmerkmale und Merkmale der Lehramtsausbildung

    Professionelle Kompetenz von (angehenden) Grundschullehrkräften ist in den letzten Jahren in einer Vielzahl von Studien untersucht worden. Forschungsdesiderate bestehen aber immer noch, mit Blick auf nicht-fachbezogene Aspekte professioneller Kompetenz, wie beispielsweise kontextbezogene Überzeugungen. Die vorliegende Studie untersucht ein Set von kontextbezogenen Überzeugungen, das ursprünglich für frühpädagogische Fachkräfte entwickelt wurde, sich aber auch in der Literatur für die Lehrkräftebildung findet. Überzeugungen zur Selbstreflexion, zum Lebenslangen Lernen, zur wissenschaftlichen Fundierung der eigenen Arbeit und zur Flexibilität wurden von 215 Grundschullehramtsstudierenden, von verschiedenen Standorten, mittels Fragebögen erfasst. Die Daten werden in einem personenorientierten Ansatz (latente Profilanalyse) analysiert und die Profile mit Blick auf Eingangsmerkmale (z. B. Ausbildung vor dem Studium) und Merkmale der Lehramtsausbildung (z. B. studiertes Unterrichtsfach) weiter beschrieben. Es zeigen sich zwei Profile von Lehramtsstudierenden. In beiden Profilen sind die Überzeugungen im mittleren bis hohen Bereich ausgeprägt und die wissenschaftliche Fundierung der eigenen Arbeit wird am geringsten eingeschätzt. Im ersten Profil sind alle Überzeugungen signifikant niedriger ausgeprägt als im zweiten Profil. Studierende im Profil mit den höher ausgeprägten Überzeugungen haben eine signifikant bessere Abiturnote. Andere Variablen hatten keinen Einfluss auf die Profilzugehörigkeit. Die Ergebnisse geben Implikationen für die weitere Untersuchung nicht-fachbezogener Aspekte professioneller Kompetenz sowie die differenzierte Gestaltung von Angeboten in der Lehrkräftebildung, beispielsweise zur Förderung der wissenschaftlichen Fundierung.
  • Zurück in den Seminarraum … ich will (nicht)! Einschätzungen von Lehramtsstudierenden zu gewünschten Lernsettings, motivationalem, emotionalem und selbstwirksamem Erleben in der Online-Lehre

    Der Beitrag präsentiert Ergebnisse einer Studie mit zwei Teilstichproben von Lehramtsstudierenden: Eine Gruppe, die gegen Ende der Pandemie befragt wurde und ausschließlich vier Semester Online-Lehre erlebt hat, wird verglichen mit einer Gruppe, die in Präsenzlehre startete und anschließend zwei Semester online unterrichtet wurde. Wir untersuchen, wie Arbeitsaufwand und Lerngewinn in der Online-Lehre von den beiden Studierendengruppen subjektiv eingeschätzt und welche Lernsettings zukünftig gewünscht werden. Darüber hinaus interessierte uns die Einschätzung der Studierenden hinsichtlich ihres motivationalen, emotionalen und selbstwirksamen Erlebens in der Online-Lehre einschließlich möglicher Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Zudem wurde überprüft, ob selbstwirksame Studierende mit der Online-Lehre besser zurechtkommen. Die qualitativen und quantitativen Analysen zeigen: Die Online-Lehre wird in jener Gruppe stärker bevorzugt, die ausschließlich Online-Lehre kennt und nach vier Semestern, gegen Ende der Pandemie, befragt wurde. Vorteile wie Komfort, Zeit-/Geldersparnis, weniger Stress, Geborgenheit, Zufriedenheit und mehr Konzentration werden geschätzt. Gleichzeitig ist in beiden Gruppen die Präsenzlehre das überwiegend gewünschte Format. Arbeitsaufwand und Lernzuwachs werden in der Gruppe mit vier Semestern Online-Lehre anders wahrgenommen als in der Gruppe, die zuvor noch Präsenzlehre hatte und zu Beginn der Pandemie befragt wurde. Motivationales und emotionales Empfinden in der Online-Lehre unterscheiden sich zwischen den beiden Gruppen nicht. Die Selbstwirksamkeit erhöht sich im Laufe eines Semesters, selbst in der Gruppe, die nur Online-Lehre kennt. Zudem korreliert die Selbstwirksamkeit der Studierenden in dieser Gruppe mit deren selbst eingeschätztem Lernzuwachs und positivem Erleben in der Online-Lehre. Zusammenfassend zeigt sich, die Studierenden scheinen die positiven Aspekte der Online-Lehre nach vier Semestern Online-Lehre Erfahrung und gegen Ende der Pandemie zu schätzen.
  • Fallbasierte Erfassung von Diagnose- und Förderkompetenz: Eine Untersuchung des Potentials des verstehensorientierten Online-Tools SMART mit Blick auf Professionalisierung von Lehrkräften

    Verstehensorientierte digitale Diagnose-Tools wie SMART („Specific Mathematics Assessments that Reveal Thinking“) können Lehrkräfte beim formativen Assessment im Mathematikunterricht unterstützen. SMART stellt nicht nur Diagnoseaufgaben in einer Online-Umgebung bereit, sondern insbesondere auch eine erweiterte Analyse der Antwortmuster. Dadurch erhalten Lehrkräfte im direkten Anschluss an die Testdurchführung Hinweise auf vorhandene Fehlvorstellungen ihrer Schüler:innen. Ergänzend können konkrete Förderhinweise und Unterrichtsvorschläge den Lehrkräften bei der anschließenden Adaption des Unterrichts helfen. Insofern kann SMART nicht nur Auswirkungen auf die Unterrichtsgestaltung und das Verständnis der Schüler:innen haben, sondern auch auf die Lehrkräfteprofessionalisierung, da Lehrkräfte sich mit der Diagnose und Förderung ihrer eigenen Schüler:innen forschungsbasiert auseinandersetzen können. Um diese Professionalisierung sichtbar zu machen, untersucht dieser Beitrag die Entwicklung der Diagnose- und Förderkompetenz von Mathematiklehrkräften mit Hilfe von Fallbeispielen vor und nach dem Einsatz von SMART im Bereich elementarer Algebra. Dazu wird ein bestehendes Verfahren zur Erfassung von Diagnosekompetenz für den Bereich Algebra adaptiert und um die Komponente der Förderkompetenz erweitert. Erste Ergebnisse in der Untersuchung von fünf Lehrkräften legen nahe, dass eine qualitative Erfassung der Diagnose- und Förderkompetenz möglich ist und dass sich die Wirksamkeit von SMART vor allem im Bereich der Förderkompetenz nachzeichnen lassen.
  • Kollaboration als konstitutives Merkmal von Design Research in der (digitalisierungsbezogenen) Lehrkräftebildungsforschung

    Design Research ist ein Forschungsansatz in der Bildungsforschung, der auf die Entwicklung neuer Interventionen zur Lösung aktueller Probleme und zur Verbesserung der Bildungspraxis abzielt. Neben einem iterativen Prozess zeichnet sich Design Research konstitutiv durch die Zusammenarbeit vielfältiger Akteure in unterschiedlichen Rollen aus. Dieser Beitrag adressiert den Einsatz von Design Research im Bereich der digitalisierungsbezogenen Lehrkräftebildungsforschung. Das Spannungsfeld der aktuellen digitalisierungsbezogenen Entwicklungen und die Möglichkeiten, die ein kollaborativer Forschungsansatz bieten kann, wird anhand methodologischer Grundlagen und aktuellen Forschungserkenntnissen eingehend beleuchtet. Im Zentrum der Betrachtungen steht dabei ein exemplarisches Design-Research-Projekt aus dem Bereich der Unterstützung situierten Lernens von (angehenden) Grundschullehrkräften mit Hilfe eines mobilen, digitalen Tools. Abschließend werden Implikationen zu Potenzialen und Herausforderungen der Realisierung eines kollaborativen Forschungsansatzes in der (digitalisierungsbezogenen) Lehrkräftebildungsforschung diskutiert.
  • „Ein muntrer, thätiger, in der Pädagogik erfahrner Mann“ – Qualifikationen regionaler Schulaufsichtsbeamter im Bistum Breslau zu Beginn des 19. Jahrhunderts (1801–1820)

    Schulaufsicht war in den deutschsprachigen Staaten bis zum 19. Jahrhundert wesentlich durch Geistliche organisiert und stetige regionale bzw. lokale Inspektionen wurden von den mit der Kirchenvisitation beauftragten Geistlichen im Nebenamt ausgeführt. In Preußen verlor die Kirche ihre besonderen Kompetenzen im Bereich der Schulaufsicht während des Kulturkampfes (1871–1887) weitgehend und auch das Amt des Kreis-Schul-Inspektors wurde säkularen Beamten geöffnet (Caruso, 2022). Im katholischen Schulwesen des preußischen Teils Schlesiens, dessen Schulaufsicht größtenteils durch Geistliche der Erzdiözese Breslau stattfand, erfolgte bereits 1801 eine regionale Schulaufsichtsreform, in der Schulaufsichtskompetenzen neu strukturiert und die Kirchen- und Schulaufsichtsämter getrennt wurden. Infolge der Reform ernannte der Fürstbischof besondere Kreis-Schul-Inspektoren nach neu formulierten schulaufsichtsbezogenen Anforderungen. Die Anforderungen verweisen auf spezielle Qualifikationen der neuen Inspektoren in einer bildungshistorisch wenig beleuchteten Frühphase der sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts etablierenden fachlich qualifizierten regionalen Schulaufsicht. Dieser Beitrag geht der systematischen Qualifizierung der ernannten Inspektoren und den in den Ernennungen berücksichtigten Qualifikationen nach.
  • „Ich überlasse ja nichts dem Zufall“. Elterliche Strategien der Grundschulwahl in Berlin zwischen „kühler“ Planung und Gerichtsprozess

    Die Wahl einer Grundschule bei der Einschulung ist nur eingeschränkt möglich, da deren Besuch durch wohnortgebundene Schuleinzugsbereiche festgelegt ist. Dennoch gehen in Berlin etwa ein Drittel aller Grundschulkinder nicht auf die ihnen zugewiesene Einzugsschule (Sprengelschule). Dies ist möglich, da Eltern einerseits Umschulungsanträge stellen oder anderseits ihre Kinder an Privatschulen anmelden können. Ob die Umschulungsanträge bzw. Anmeldungen an der Privatschule erfolgreich sind, entscheidet in der Regel die Schulverwaltung bzw. Einzelschule. Dieser Beitrag setzt an dieser Stelle des Schulwahlprozesses an, die bislang für den deutschsprachigen Raum eher als Randergebnis konstatiert und nicht systematisch erforscht wurde. Es wird untersucht, mit welchen Strategien (Berliner) Eltern versuchen ihre Chancen an der Wunschgrundschule angenommen zu werden zu erhöhen. Hierfür wurden Interviews (n=16) mit Berliner Eltern mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse analysiert, in denen unterschiedliche Strategien herausgearbeitet werden, die Einzugsschule zu umgehen und an der Wunschgrundschule angenommen zu werden. Hierzu zählen das Nutzen von Beziehungen und Kontakten, eine besondere bzw. intensive Kommunikation mit der Wunschschule, eine frühzeitige Bildungsplanung, das taktische Zurückstellen von Kindern, das Einklagen von Schulplätzen sowie Strategien rund um das Einzugsgebiet wie z. B. Umzüge oder Scheinwohnsitze. Diese Befunde schließen an den nationalen und internationalen Diskurs zum Thema an und können hier erstmals systematisch für deutsche Großstädte (insbesondere Berlin) offengelegt werden. Sie lassen den Schluss zu, dass ein Teil der (Berliner) Elternschaft „nichts dem Zufall“ überlässt. Gesellschaftspolitisch muss im Anschluss diskutiert werden, welche Folgen das für die soziale Segregation und Bildungsungleichheit in den (Berliner) Schulen hat.
  • Optimales Lernumfeld oder Lernen im Container? Mediale Konstruktionen über private und öffentliche Schulen

    „Öffentliche Schulen sind im Gegensatz zu privaten Schulen minderwertig und private Schulen überzeugen durch ihre hohe Qualität und ein besseres Lernumfeld“. Diese Vorstellungen scheinen der gesellschaftlich akzeptierte Konsens in Deutschland zu sein. Der folgende Beitrag betrachtet, inwiefern sich dieses Bild über die Qualität öffentlicher und privater Schulen auch in medialen Darstellungen wiederfindet. Das Ziel der durchgeführten qualitativen Untersuchung von insgesamt 63 Artikeln aus zwei Berliner Tageszeitungen war es, herauszuarbeiten, wie und mittels welcher Bilder Schulqualität präsentiert und konstruiert wird. Hierfür wurden Artikel aus dem Jahr 2019 über öffentliche und private Schulen mit Hilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse untersucht und ausgewertet.
  • Pädagogisches Personal jenseits des Klassenzimmers: Schüler:innensicht auf „Lerncoaches“ in außerunterrichtlichen Lehr-Lern-Settings

    In den letzten zwei Jahrzehnten lässt sich ein deutlicher Anstieg an nicht-formalen Lernangeboten in Deutschland verzeichnen. Einige außerunterrichtlichen Lehr-Lern-Arrangements sollen explizit dazu beitragen, Lernrückstände aufzuholen. Forschungsdesiderate bestehen in Bezug auf die Förderangebote insbesondere aus Sicht der Nutzer:innen. In diesem Artikel wird die Wahrnehmung von Schüler:innen an weiterführenden Schulen auf Lernerfahrungen und -umgebungen einer außerunterrichtlichen Hausaufgabenbetreuung eines schulexternen Anbieters in Berlin fokussiert. Auf Grundlage von qualitativen Leitfadeninterviews mit Schüler:innen wird dargestellt, welche Sichtweisen diese auf das pädagogische Personal in den Fördermaßnahmen haben. Dabei wird aufgezeigt, wie Schüler:innen das pädagogische Personal der außerunterrichtlichen Angebote beschreiben (welche in den Maßnahmen als Lerncoaches bezeichnet werden), d. h. wie sie das pädagogische Personal, die Kommunikation und die Interaktionen mit ihnen wahrnehmen und bewerten. Hierbei wird auch der Vergleich mit der Wahrnehmung der Lehrkräfte herangezogen, um genauer zu sehen wie die Schüler:innen die Lerncoaches einschätzen. Es zeigt sich, dass die Lerncoaches insgesamt positiv wahrgenommen werden mit einem Fokus auf der Offenheit und großen Bereitschaft zur Hilfestellung. Die Begegnungen zwischen Schüler:innen und einzelnen Lerncoaches sind aufgrund der hohen Fluktuation der Akteure unregelmäßig. Daher nehmen die Schüler:innen die Lerncoaches kaum als Individuen war, sondern bauen auf einer eher abstrakten Ebene eine Beziehung zu den Lerncoaches insgesamt auf. Durch die rein unterstützende Funktion des pädagogischen Personals in der Hausaufgabenbetreuung besteht aus Sicht der Schüler:innen eine geringere Hürde der Interaktion und des Nachfragens, so dass die Schüler:innen im Vergleich zum Unterricht hier Hilfestellungen erhalten, die sie von ihren Lehrkräften nur vereinzelt bekommen.
  • Interdisziplinäre Beiträge zur Bildungsforschung 2024

    Der Sammelband macht als Dokumentation des Nachwuchstages 2022 des Interdisziplinären Zentrum für Bildungsforschung (IZBF) innovative, neu-entstehende und interdisziplinäre Beiträge zur Bildungsforschung von Nachwuchswissenschaftler:innen der Berliner Universitäten einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. Zudem werden im Band Beiträge zu Fragen und Formaten, die den wissenschaftlichen Nachwuchs und Mittelbau betreffen, geliefert.
  • Interdisciplinary migration research with a focus on new technologies and multiple crisis: relating birds of passage to social policies

    This volume brings together emerging research on migration with a focus on multiple crises, new technologies, and social policies. Most of the chapters are written by PhD students or postdocs who took part in the 25th International Metropolis Conference Berlin 2022 (IMCB22). The book presents in three sections orginal work on: digitalization and mobile worlds of work; on social policies for Migrants and Refugees; on multiple crisis and the future of migration.
  • Die zirkuläre Stadt

    Die Flächenkreislaufwirtschaft sowie eine klimaneutrale Stadtentwicklung sind die entscheidende Voraussetzung für eine nachhaltige Zukunft unserer Städte. Entsprechende Ansätze und Erfahrungen sind jedoch vergleichsweise jung. Über das Format »Fachlicher Nachwuchs entwirft Zukunft« entwickelten Studierende von elf Hochschulen in Lehrveranstaltungen und einer nationalen Winterschule Ideen für die Transformation der gebauten Umwelt, die räumlich wie materiell in zirkulären Prozessen organisiert werden muss. Die angehenden Planer:innen streben in der Stadtentwicklung nach CO2-neutralen Lösungen und setzen dabei auf Digitalisierung, Ressourceneffizienz und lokalen Veränderungswillen. Selbstbewusst gestalten sie Ressourcenkreisläufe, indem sie urbane Obsoleszenzen als Raumpotenziale für die Innenentwicklung nutzen und in nachhaltige Stadträume transformieren.
  • How2Kiez – Nachhaltige Quartiersentwicklung

    Im Hinblick auf nationale und internationale Studien zur Quartiersentwicklung und dem Konzept der 15-Minuten-Stadt erörtern wir in dieser Forschungsarbeit die Notwendigkeit von Wandlungsprozessen, um urbane Komplexitäten greifbar zu machen und nachhaltige Stadtzukünfte gemeinschaftlich zu gestalten. Welche Rolle spielt der Kiez für lokale Immobilienentwicklung? Dicht bebaute Innenstadtquartiere stehen prototypisch für multiple Veränderungen und weisen auf krisenbezogene Missstände hin, die wesentlich von Eigentumsverhältnissen abhängen. Vor-Ort-Untersuchungen, Online-Befragungen und Interviews zeigen auf, dass Eigentümer:innen kleinteiliger Immobilien wichtige Akteur:innen für Transformationsmaßnahmen im Quartier sind. Diese Studie hebt die quartiersbezogenen Interessen und Bedürfnisse von Berliner Eigentümer:innen stichprobenartig hervor. Insbesondere Selbstnutzer:innen sind aufgrund ihrer Doppelfunktion als Bewohner:innen und Eigentümer:innen potentielle Transformationsakteur:innen, die mittels externer Unterstützungsangebote und gemeinschaftlicher Planungsformate aktiviert werden können. Anhand von drei Transformationsbereichen (Nutzungsmischung, Klimaanpassung und Mobilitätsmanagement) reflektieren wir über zeitgenössische Agenden und deren Akteur:innen sowie Chancen und Hindernisse aus Sicht der Eigentümer:innen.
  • Interdisziplinäre Peer-Beratung als Beitrag zur Nachwuchsförderung? Konzept, Erfahrungen und Weiterentwicklungspotential

    In diesem Beitrag wird das im Interdisziplinären Zentrum für Bildungsforschung (IZBF) an der Humboldt-Universität zu Berlin von Mai 2021 bis Mai 2022 erstmals durchgeführte Format der Interdisziplinären Peer-Beratung hinsichtlich Konzeption und Durchführung beschrieben sowie Evaluationsergebnisse der ersten Kohorte vorgestellt. Im abschließenden Ausblick wird das Format vor dem Hintergrund sich wandelnder universitärer Promotionsstrukturen diskutiert – auch in Hinblick auf Probleme, Potentiale und Weiterentwicklungen.
  • “Fusion models” in the making – academic and writing support for PhD students in the humanities in US-American and German universities. Or: Why we might need some more fast food in the university system

    With growing complaints about the length of doctoral studies and their lack of compatibility with the labor market since the 1990s, the structure of doctoral studies in Germany was modified to some extent. In the humanities, these changes are also reflected in structures of writing support, which this contribution focuses on as a starting point to explore the broader context of the more general changes. In the Anglo-Saxon world there is a vivid culture and exchange related to the topic of academic writing and support structures for PhD students. With few exceptions, German academia generally does not consider writing support as an institutionalized part of university structures. In this contribution, we argue that this lack of writing infrastructure is rooted in the German university tradition and the idea of the “solitary dissertation” and the dyadic supervision structure, which differs from US-American perceptions of academic work. Yet, this antagonism has changed in the last two decades and some support structures for PhD students have found their way into the German academic system in the form of new concepts and models. Supported by culinary metaphors and a standardized website analysis this contribution examines how and to which extent new structures were implemented, which models they are based on and in how far the idea of the “solitary dissertation” is impacted and altered by these structures.
  • Does parents’ education make a difference? Comparing psychological resources of first- and second-generation students in German higher education

    This study explores if first-generation students (i.e., students whose parents lack tertiary education) differ from second-generation students in German higher education. Using nation-wide data from the German National Educational Panel Study we compared first-and second-generation students’ psychological resources, like personality traits, and academic experiences in three selected fields of study (medicine/health sciences, teacher education, social sciences). Further, we identified factors that influence the academic achievement of students and analyzed if the influence of these predictors varies between first- and second-generation students. For this, multilevel regression und multigroup regressions were computed. Results suggest that first-generation students differ from their peers in their psychological resources, but not in their academic achievement. The extent of the differences varied notably between the psychological resources, with rather small effect sizes overall, and some variation across the academic fields. Most psychosocial resources were correlated with academic achievement. There were some differences between the predictors’ influences on academic achievement for first- and second-generation students, indicating that different resources are relevant for the academic success of the two groups. Results are discussed with regard to future directions in this field of research.
  • Sind Privatschulen die besseren Schulen? Über Forschungsdesiderate und (bislang) verpasste Datenerhebungen

    Für diesen Beitrag wurde eine Befragung Berliner Eltern als Grundlage genommen um herauszufinden, welche elterlichen Assoziationen in Bezug auf öffentliche und private Schulen vorliegen. Dabei zeigt sich, dass Privatschulen von den befragten Eltern deutlich positiver wahrgenommen werden als Schulen in öffentlicher Trägerschaft. In einem zweiten Schritt wurde dann anhand empirischer Studien und weiterer statistischer Daten versucht, die von Eltern aufgestellte These der besseren Privatschulen zu überprüfen. Dabei wurde sich thematisch an den von den Eltern genannten Aspekten in Bezug auf öffentliche und private Schulen orientiert. Dabei kann und will dieser Beitrag die Frage, ob Privatschulen die besseren Schulen sind, nicht beantworten. Stattdessen führt der tiefere Blick in die derzeitige Studien- und Datenlage vor allem dazu, die umfangreichen Forschungsdesiderate und Datenlücken im Feld der Privatschulforschung aufzuzeigen. Der Beitrag ist daher, neben einem Überblick über den aktuellen Forschungsstand, hauptsächlich ein Appell an Bildungsforscher*innen, sich mehr mit dem bislang eher vernachlässigten Privatschulbereich zu beschäftigen sowie eine Aufforderung an die Bildungsverwaltung, umfangreichere Daten in der amtlichen Statistik auch für Privatschulen bereit zu stellen.
  • Denn wir wissen nicht, was sie tun – ein Forschungsprojekt zur Identifikation beruflicher Kernaufgaben ausgewählter personenbezogener Berufe

    Was muss man eigentlich als Pfleger*in bzw. als Erzieher*in können? Ein Weg, um diese Frage zu beantworten, wäre es, einen Blick in das jeweilige Curriculum der entsprechenden Ausbildung zu werfen. Doch inwieweit stimmen die dort verankerten Inhalte mit den Anforderungen in der Berufspraxis überein? Ein Forschungsansatz, welcher dieser Frage nachgeht, wird in diesem Beitrag skizziert. Mit jenem sollen die Kernaufgaben der entsprechenden Berufe identifiziert und ein Beitrag zur empirischen Fundierung von Ausbildungscurricula geleistet werden. Hierfür werden leitfadenbasierte Interviews mit Berufsangehörigen sowie – im Sinne eines triangulativen Vorgehens – nicht-teilnehmende Beobachtungen durchgeführt. Mit Hilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse werden die Daten schrittweise reduziert, wodurch die beruflichen Aufgaben hervortreten. Um die Ergebnisse zu validieren, werden sie im Anschluss von Personen aus der Berufs- und Bildungspraxis kritisch begutachtet und diskutiert. Schließen wird der vorliegende Beitrag mit einem Ausblick auf Herausforderungen des Forschungsvorhabens. Erwähnt sei hier bereits, dass diese vor allem in einer operationalisierbaren Definition des Begriffs berufliche Kernaufgaben liegen. Gleichwohl werden Ergebnisse erwartet, die Berufsschullehrer*innen künftig bei der Gestaltung der Ausbildung von personenbezogenen Berufen leiten können.